Ein aufreibendes Börsenjahr neigt sich dem Ende zu. Doch für Anleger könnte es in den nächsten Wochen trotz der besinnlichen Weihnachtszeit noch einmal hoch hergehen.
Es stehen viele Ereignisse an, die die Börsenkurse entscheidend bewegen können. Hier eine Übersicht zu den wichtigsten Terminen.
10. Dezember 2020: EZB-Meeting
Die Europäische Zentralbank (EZB) wird über die Richtung ihres geldpolitischen Kurses entscheiden. Experten erwarten keine Änderungen des EZB-Leitzins, der gegenwärtig bei 0 Prozent liegt. Allerdings erwarten Marktbeobachter, dass die EZB ein neues geldpolitisches Paket schnüren wird. Laut Insidern prüfen die Hüter des Euro derzeit, ob das auf 1,35 Billionen Euro angewachsenes Pandemie-Kaufprogramm PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) erneut aufgestockt werden soll. Bleiben Signale dazu aus, könnten Anleger enttäuscht reagieren.
Die US-Gesundheitsbehörde (FDA) entscheidet über eine Notfallzulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer. Die EU will spätestens bis am 29. Dezember eine Entscheidung fällen. Experten erwarten in beiden Fällen eine Zulassung des Impfstoffs. Doch steigen dann die Aktien von Biontech und Pfizer noch zusätzlich?
11. Dezember 2020: Entscheidung US-Hilfspaket
An diesem Tag endet die Deadline für eine Einigung im US-Kongress über ein Hilfspaket. Laut dem Finanzhaus Mirabaud Securities ist ein Paket von 900 Milliarden Dollar im Gespräch, auf das sich der republikanische Senatsführer Mitch McConell mit den Demokraten einigen will. Bei Nicht-Einigung droht in den USA ein Government Shutdown, also die Stilllegung grosser Teile der Bundesverwaltung. Eine Negativ-Reaktion an den Börsen ist programmiert in diesem Fall.
16. Dezember 2020: Fed-Sitzung
Die US-Notenbank Fed wird über die Richtung ihres geldpolitischen Kurses entscheiden. Beobachter erwarten, dass die Notenbank den Leitzins in der Spanne von null bis 0,25 Prozent belassen wird. Allerdings wird mit weiteren geldpolitischen Massnahmen zur Unterstützung der Konjunktur gerechnet. Laut Beobachtern diskutiert die Fed über eine Ausweitung des Anleihenprogramms. Derzeit erwirbt das Fed monatlich Wertpapiere im Volumen von mindestens 120 Milliarden Dollar. Zuletzt enttäuschende Konjunkturzahlen in den USA haben die Hoffnung bereits genährt, dass die Fed weiter unterstützend wirkt - was den Aktienmärkten Auftrieb gäbe.
17. Dezember 2020: FDA-Entscheid über Moderna-Impfstoff
Die US-Gesundheitsbehörde (FDA) entscheidet über eine Notfallzulassung des Corona-Impfstoffs Moderna. Ähnlich wie beim Impfstoff von Biontech/Pfizer wird mit einer Zulassung gerechnet.
17. Dezember 2020: SNB-Sitzung
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) informiert über ihre geldpolitische Lagebeurteilung. Beobachter erwarten, dass die SNB den SNB-Leitzins bei minus 0,75 Prozent belassen wird. Die SNB wird aber aber erneut kommunizieren, dass sie zwecks Schwächug des (zuletzt wieder aufwertenden) Franken an den Devisenmärkten aktiv sein wird - was zu einer leichten Abwertung des Frankens führen könnte.
31. Dezember 2020: Harter Brexit droht
An Silvester endet die Übergangsfrist, die seit dem Austritt Grossbritanniens (GB) aus der EU am 31. Januar 2020 gilt. In dieser Phase sollte eigentlich eine Einigung über ein umfassendes Freihandels- und Partnerschaftsabkommen zwischen GB und der EU erzielt werden. Die Verhandlungen sind allerdings arg ins Stocken geraten. Sollte bis zum 31. Dezember 2020 keine Einigung stehen, droht ein "harter Brexit". Allerdings wird bereits über Verlängerung der Übergangsfrist spekuliert.
5. Januar 2021: Entscheidung über Mehrheit im US-Senat
Im US-Bundesstaat Georgia werden die letzten beiden Sitze für den US-Senat gewählt. Die Wahl könnte die Mehrheitsverhältnisse in der mächtigen Kammer kippen. Gingen beide Sitze an die Demokraten, würde es zu einer Pattsituation von je 50 Sitzen für die Demokraten und die Republikaner kommen. In solch einem Szenario würde allerdings die Stimme der gewählten US-Vizepräsidentin Kamala Harris den Ausschlag geben, was einer demokratischen Mehrheit im US-Senat gleichkäme. Die insbesondere von Teilen der Wall Street befürchtete "Blaue Welle", in der Kongress und Präsidentenamt in demokratischer Hand sind, würde dann doch Realität.
