Die Titel von Geberit verlieren am Freitag im frühen Handel 1,1 Prozent auf 555,80 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Market Index (SMI) 0,7 Prozent nachgibt. Seit Jahresbeginn haben die Valoren von Geberit 9,2 Prozent verloren. Die Dividendenrendite beträgt 2,3 Prozent und das Sanitärunternehmen kann auf 15 Jahre mit Dividendenerhöhungen zurückblicken. 

Geberit blickt auf ein solides Geschäftsjahr 2025 zurück. So legte der Umsatz auf vergleichbarer Basis um beinahe 5 Prozent zu und die Profitabilität konnte trotz Frankenstärke auf einem hohen Niveau gehalten werden. Der Krieg im Nahen Osten beeinträchtigt zwar die Visibilität, dennoch zeigt sich das Unternehmen nach den am Donnerstag vorgestellten Zahlen recht zuversichtlich.

Der deutsche Vermögensverwalter Berenberg senkte am Freitag das Kursziel für Geberit nach den Jahreszahlen zwar auf 650 von 673 Franken, beliess die Einstufung aber auf «Buy». Der Sanitärtechnikkonzern habe erneut mit solidem Wachstum, hoher Profitabilität und starker Cashflow-Generierung überzeugt, schrieb der zuständige Analyst Patrick Laager.

Das organische Umsatzwachstum von 4,8 Prozent im Jahr 2025 habe sowohl die Konsensschätzungen als auch seine Erwartungen übertroffen. Auch bei der Profitabilität und beim Cashflow habe Geberit weiterhin sehr starke Werte erzielt, was die Stärke des Geschäftsmodells unterstreiche, so der Berenberg-Experte weiter. Nach der Anpassung an die veränderte Anzahl ausstehender Aktien infolge des Aktienrückkaufs senkt er sein Kursziel leicht. An seiner positiven Einschätzung der Aktie hält er jedoch fest.

Ähnlich tönt es auch bei Jefferies. Die US-Investmentbank ruft eines der höchsten Kursziele auf: 687 Franken bei einem «Buy»-Rating. Das ergibt ein Aufwärtspotenzial von 23 Prozent. In einem Umfeld steigender makroökonomischer Risiken hebt die Analystin Priyal Woolf die solide Geschäftsentwicklung des Sanitärtechnikkonzerns hervor. Zudem zeige das Unternehmen Bereitschaft und Fähigkeit, seine Preise an ein volatiles Kostenumfeld anzupassen. Gleichzeitig profitiere Geberit von einer starken Präsenz in Deutschland und der Schweiz - in zwei Märkten, in denen die Expertin in den kommenden Jahren besonders kräftige Impulse im Renovations- und Modernisierungsgeschäft erwartet.

Trotz des jüngsten Kursrückgangs ist Geberit ein klassischer Compounder, an dem wohl auch Warren Buffett seine Freude hätte. Ein Compounder beschreibt ein Unternehmen, das über viele Jahre hinweg kontinuierlich und profitabel wächst, indem es seine Gewinne wieder in das eigene Geschäft reinvestiert oder über Dividenden an die Aktionäre zurückführt. 

Die Valor hat den SMI über die letzten 20 Jahre deutlich übertroffen. Der Gesamtertrag - sprich: Kurszuwachs und Dividenden - liegt bei 10,6 Prozent im Vergleich zu 5,5 Prozent beim SMI. In dieser Zeitspanne stieg die Dividendenausschüttung von Geberit auf 12,80 von 1,00 Franken. 

Gemäss AWP-Analyser stufen sieben Experten den Titel mit «Kaufen» ein, sieben mit «Halten» und drei mit «Verkaufen». Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 610 Franken. 

(cash/AWP)