Bayer-Aktien geben weiter nach und fallen in der Spitze um mehr als sechs Prozent auf ‌den ⁠niedrigsten Stand seit sechs Monaten. Bereits am Vortag waren ⁠die Titel um knapp vier Prozent abgerutscht. Dies sei vermutlich auf ‌Nervosität am Markt vor der Annahmefrist ‌für den Sammelvergleich zu Glyphosat ​am 4. Juni zurückzuführen, sagte ein Börsianer. «Möglicherweise gibt es Bedenken hinsichtlich des Ausmasses der Zustimmung unter den Klägern.»

Bei dem Anfang März vorläufig genehmigten Sammelvergleich über bis zu 7,25 Milliarden ‌Dollar mit Klägerkanzleien läuft die Frist für einen möglichen Austritt von Klägern bis zum 4. Juni. Im Juli soll ​dann die Anhörung für die endgültige Genehmigung folgen. ​Im milliardenschweren Glyphosat-Streit in den ​USA wartet Bayer zudem auf die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, die bis ‌Ende Juni fallen soll. Ein Urteil des Supreme Court der USA zugunsten der Leverkusener könnte für Bayer einen Befreiungsschlag in ​der ​jahrelangen Klagewelle um ⁠die angeblich krebserregende Wirkung des Unkrautvernichters bedeuten.

Marktteilnehmer ​verwiesen zudem auf ⁠die unerwartet hohen Kosten der Rechtsstreitigkeiten in den USA. «Es ‌scheint sich damit nur sehr zäh ein Ende des Monsanto-Debakels abzuzeichnen», sagte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker ‌CMC Markets. «Die Investoren hatten mit einer schnelleren ​und kostengünstigeren Beilegung der Rechsttreitigkeiten gerechnet.»

(Reuters)