Die Aktie von On steht nach den enttäuschenden Zweitquartalszahlen vom 11. August weiter unter Druck. Am Mittwoch fällt sie zum Handelsauftakt weitere 0,4 Prozent. Es ist der dritte Tag in Folge mit Kursverlusten.

Mit einem Kurs von 28,73 Dollar hat die Aktie nun den tiefsten Stand seit Februar 2024 erreicht. Damit nähert sich die On-Aktie dem Ausgabepreis von 24 Dollar beim Börsengang am 15. September 2021.

Nach enttäuschenden Zweitquartalszahlen war die On-Aktie an einem Tag um 20 Prozent auf 30,91 Dollar in die Tiefe gerasselt. Es war der grösste Kurssturz in der fünfjährigen Börsengeschichte von On. 

Geschuldet ist die anhaltende Börsenflaute von On dem weiterhin schlechten Branchenumfeld. Weitere Sportartikelhersteller oder -händler gaben zuletzt ihre Quartalszahlen bekannt. So senkte der britische Sportartikelhändler JD Sports letzte Woche wegen eines ‌schwachen Geschäfts ⁠vor allem in Nordamerika seine ⁠Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr. Die Aktien stürzten 14 Prozent ab. Auch Adidas musste am Tag der Bekanntgabe der Quartalszahlen einen Tagesverlust von 12 Prozent hinnehmen.

Dick’s Sporting Goods sackt an der Börs ebenfalls ab

Die Aktie von Dick’s Sporting Goods verzeichnete am Dienstag mit 28 Prozent den grössten Kursverlust seiner Börsengeschichte. Die im letzten Jahr für 2,4 Milliarden Dollar übernommene Kette Foot Locker bereitet umsatzmässig weiterhin Schwierigkeiten. «Wir werden schwierige Zeiten durchmachen», sagte Dick’s-Chairman Ed Stack.

Dick’s erklärte zudem, dass klassische Sneaker-Modelle nicht mehr so ​​gut ankämen wie früher. Stattdessen beobachtet Dick’s eine Verlagerung hin zu Marken wie Ugg und Birkenstock.

Dies nährte die Zweifel rund um den Sneaker-Markt, die schon das ganze Jahr die Anleger beschäftigen. Sie fragen sich, ob sich der jahrzehntelange Sneaker-Boom überhaupt fortsetzen wird. Die breit gewährten Preisnachlässe der Sportartikelhersteller in den USA und Europa sind ebenfalls nicht im Sinn von Investoren.

UBS bleibt optimistisch für die On-Aktie

On hat im zweiten Quartal wegen höherer Kosten und eines flauen Konsumumfelds die Markterwartungen ‌verfehlt. ⁠Auch das Jahresumsatzziel wurde leicht nach unten angepasst.

Seit dem 11. August haben laut Bloomberg nicht weniger als 19 Analysten die Kursziele für die On-Aktie gesenkt, im Schnitt um 16 Prozent. Das durchschnittliche Kursziel verringerte sich somit auf 45,50 Dollar von 53,92 Dollar vor den Quartalszahlen.

Am unteren Ende senkte Jefferies das On-Kursziel von 24 Dollar auf nur noch 20 Dollar. Am oberen Ende steht die UBS. Der zuständige Analyst senkte sein Kursziel für die On-Aktie von zuvor 83 Dollar auf nun 73 Dollar. Auf Sicht der nächsten zwölf Monate kann man das immer noch als durchaus ambitioniert bezeichnen.

Der UBS-Analyst sieht den Kursrückgang bei On als «Kaufgelegenheit». Die Probleme, die den Ausblick für 2026 belasteten, seien grösstenteils auf kurzfristige Branchendynamiken zurückzuführen, schreibt er in einem Anlagekommentar. «Wir sehen On weiterhin als eine der am schnellsten wachsenden Sportbekleidungsmarken der Welt und als ein Unternehmen, das eine höhere Bewertung verdient, als der Markt der Aktie derzeit zusteht», so die UBS.

Nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen hat nur ein Analyst die Anlageempfehlung für die Aktie des Schweizer Sportartikelherstellers gesenkt. Insgesamt hat On nur 2 «Verkaufen»-Empfehlungen gegenüber 26 «Kaufen»-Ratings.

Daniel Hügli
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