«Es gibt keine Vereinbarung zwischen AstraZeneca und BMS», sagte eine hochrangige mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. «Es stand nie ein Geschäft zur Debatte, und es gibt keine Diskussionen zwischen den Unternehmen.» Beide Konzerne lehnten eine Stellungnahme dazu ab.
Am Sonntag hatte Reuters unter Berufung auf Kreise gemeldet, dass die beiden Arzneimittelhersteller erste Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss führten. Ob die Verhandlungen zu diesem Zeitpunkt noch andauerten, konnte Reuters zunächst nicht in Erfahrung bringen. Zuerst hatte die Zeitung «Financial Times» über die angebliche Annäherung berichtet.
Durch einen Deal wäre ein Branchenriese mit einem gemeinsamen Börsenwert von fast 400 Milliarden Dollar entstanden. Die Spekulationen hatten die Aktien von AstraZeneca unter Druck gesetzt, die in der Folge um rund neun Prozent nachgaben. Die Papiere von Bristol Myers Squibb blieben dagegen weitgehend stabil. Nach der Nachricht am Mittwoch erholten sich die in London notierten AstraZeneca-Papiere und legten um 4,5 Prozent auf 122,58 Pfund zu. Die Aktien von Bristol Myers Squibb gaben im vorbörslichen US-Handel dagegen um 2,2 Prozent auf 64,46 Dollar nach.
Analysten und Investoren hatten den Sinn eines solchen Geschäfts für AstraZeneca stark angezweifelt. Während der britische Konzern über eine gut gefüllte Medikamenten-Pipeline verfügt, läuft bei Bristol Myers Squibb der Patentschutz für wichtige Arzneien wie das Krebsmittel Opdivo und den Blutverdünner Eliquis voraussichtlich bis 2028 aus. Zudem hätte ein Zusammenschluss wohl erhebliche kartellrechtliche Hürden nach sich gezogen. Neben deutlichen Überschneidungen im Geschäft mit Krebsmedikamenten gab es Bedenken, wie die US-Wettbewerbsbehörden unter Präsident Donald Trump die Übernahme eines grossen US-Pharmakonzerns durch ein britisches Unternehmen beurteilen würden.
(Reuters)

