Lem verdient weniger

Der Elektronik-Komponentenhersteller Lem hat im ersten Semester des Geschäftsjahrs 2015/16 (per Ende September) beim Umsatz stagniert und unter dem Strich weniger verdient.
11.11.2015 08:18
Die Komponenten von Lem finden unter anderem in Autos Verwendung.
Die Komponenten von Lem finden unter anderem in Autos Verwendung.
Bild: Pixabay

Das zweite Quartal war dabei besser als das erste. Ausserdem gibt das Management Ziele für das Gesamtjahr bekannt.

Der Umsatz kam bei 131,6 Mio CHF zu liegen, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem minimalen Plus von 0,1% entspricht. Wechselkursbereinigt hätte das Plus 3,4% betragen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Auch der Auftragseingang stagnierte (+0,2% auf 126,6 Mio).

Im zweiten Quartal steigerte sich Lem gegenüber dem Jahresauftakt allerdings markant: So nahm der Umsatz gegenüber dem ersten Quartal um 14% auf 70,0 Mio CHF zu und der Auftragseingang um 8,5% auf 66,0 Mio. "Nach einer Abschwächung des Geschäftsverlaufs im vierten Quartal 2014/15 und im ersten Quartal 2015/16 legte unser Unternehmen im zweiten Quartal des Geschäftsjahres wieder an Dynamik zu", lässt sich CEO François Gabella in der Mitteilung zitieren.

Hoher Margendruck

Bei den Gewinnzahlen war die Entwicklung ähnlich. So sank der EBIT im gesamten ersten Halbjahr gegenüber Vorjahr um 16% auf 24,9 Mio CHF, und die entsprechende Marge kam bei 18,9% nach 22,5% zu liegen. Im zweiten Quartal wurde mit 14,4 Mio aber ein deutlich höheres Betriebsergebnis erwirtschaftet als im ersten, und die Marge war mit 20,5% auch deutlich besser.

Der Reingewinn nahm im Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,8% auf 19,8 Mio CHF ab, wobei auch hier im Verlauf des Halbjahres eine Verbesserung eintrat.

Trotzdem der besseren Dynamik seien der Umsatz und die Margen weiter von der Stärke des Schweizer Franken belastet, heisst es weiter. Zudem habe ein hoher Wettbewerbs- und Preisdruck geherrscht.

Mehr Umsatz in China

Nach Segmenten nahm im grösseren Industriebereich der Umsatz im Halbjahr um 2,9% auf 110,3 Mio CHF und der EBIT um 22% auf 21,2 Mio ab. In China erhöhten sich die Verkäufe gemäss den Angaben jedoch um 13%, und der Anteil des Landes am Spartenumsatz stieg auf 32%. In Europa sanken die Verkäufe gleichzeitig um 9%.

Im kleineren Automobilsegment stieg der Umsatz um 19% auf 21,3 Mio CHF und der EBIT um 42% auf 3,7 Mio. Lem habe unter anderem von der staatlichen Förderung für umweltfreundliche Autos in China profitiert, heisst es dazu. Ausserdem seien neue Hybrid-Fahrzeugprojekte in den USA gestartet worden.

Stagnation beim Umsatz erwartet

Für das gesamte Geschäftsjahr 2015/16 peilt das Management einen Umsatz zwischen 250 und 260 Mio CHF an (VJ 257,8 Mio) und eine EBIT-Marge im Zielkorridor von 15% bis 20% an (VJ 21,0%), wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Das Management geht für Europa und die USA von einer stabilen wirtschaftlichen Lage aus, rechnet aber in China mit einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Ausserdem betont das Unternehmen, dass die zweite Hälfte des Geschäftsjahrs aus saisonalen Gründen üblicherweise schwächer ausfalle als die erste.

(AWP)