Die Leonteq-Aktien legen am Mittwoch eine Verschnaufpause ein. In einem insgesamt freundlichen Marktumfeld - der Swiss Performance Index (SPI) legt rund 0,3 Prozent zu - steigen die Titel des Derivativspezialisten um 0,1 Prozent auf 17,36 Franken.
Nach einem steilen Kursanstieg in den vergangenen fünf Tagen ist dies nicht erstaunlich. Denn Leonteq hat vergangene Woche den Abschluss sämtlicher regulatorischer Altlasten bekannt gegeben. Seither sind die Titel in vier Sitzungen um über 12 Prozent angestiegen und notieren auf einem Acht-Monate-Hoch.
Leonteq teilte mit, die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) habe bestätigt, dass sämtliche nach dem Verfahren von Ende 2024 angeordneten Massnahmen umgesetzt worden seien. Damit seien nun keine regulatorischen Verfahren gegen Gesellschaften der Leonteq-Gruppe mehr hängig. Die Finma hatte dem Unternehmen damals Verstösse gegen Risikomanagement-Pflichten beim Vertrieb von Finanzprodukten im Ausland vorgeworfen und verschiedene Auflagen verfügt.
Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) wertete dies als positiven Schritt, der für mehr Klarheit bei Kunden sorgt und die Umsetzung der strategischen Prioritäten erleichtert. Zudem geht die Bank davon aus, dass damit wohl auch das bisher noch hängige Verfahren der französischen Aufsichtsbehörde abgeschlossen ist, wenngleich Leonteq dies nicht ausdrücklich erwähnt.
Trotz der jüngsten Erleichterung bleibt die Einschätzung der Aktien jedoch von Unsicherheit geprägt. Die Analystenabdeckung ist mit lediglich zwei aktiven Einschätzungen vergleichsweise dünn. Während ein Analyst zum Kauf rät, empfiehlt die ZKB die Aktie zum Halten. Der Titel sei zwar mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 8x auf die Ergebnisse 2027 relativ tief bewertet. Allerdings sind auch die Unsicherheiten und die Schätzunsicherheiten gross.
Denn der Weg zur Profitabilität sei sehr weit, so die ZKB weiter. Nach einem Rekordgewinn von rund 8,30 Franken je Aktie im Jahr 2022 rutschte Leonteq im vergangenen Geschäftsjahr in die Verlustzone (-1,90 Franken je Aktie). Ob die vom Markt erwartete Rückkehr zu einem Gewinn von 2,15 Franken je Aktie bereits für 2027 realistisch ist, bleibt derzeit offen.
(cash/AWP)
