Der Reinverlust belief sich im vergangenen Jahr auf 33,7 Millionen Franken, wie Leonteq am Donnerstag mitteilte. 2024 hatte noch ein kleiner Gewinn von 5,8 Millionen Franken resultiert. Das Jahr sei von herausfordernden Marktbedingungen und einer geringeren Aktivität der Partner geprägt gewesen, wird CEO Christian Spieler in der Mitteilung zitiert. Gleichzeitig hätten die Nachwirkungen von Altlasten das Geschäft beeinträchtigt.

Auch die Aktionäre bekommen die roten Zahlen zu spüren. Der Verwaltungsrat will derzeit kein Kapital zurückführen und hat den Verzicht auf eine Dividende beschlossen. Im vergangenen Jahr hatte der Leonteq-VR noch eine Dividende von 0,25 Franken je Aktie vorgeschlagen, die Generalversammlung hatte diese aber auf Antrag der Grossaktionärin Raiffeisen auf 3 Franken erhöht. Der Verwaltungsrat will aber «überschüssiges Kapital» durch einen Aktienrückkauf Anfang 2027 zurückführen.

Schwaches Handelsergebnis

Zu schaffen gemacht hat dem Unternehmen im Jahr 2025 vor allem ein Einbruch des Handelsergebnisses, das mit -3,1 Millionen Franken negativ abschloss. 2024 war im Handelsgeschäft noch ein Ertrag von 21,5 Millionen erzielt worden. Die meisten positiven Absicherungsbeiträge aus dem ersten Halbjahr 2025 seien aufgrund der tieferen realisierten Marktvolatilität im zweiten Halbjahr aufgehoben worden.

Derweil ging auch das Kommission- und Dienstleistungsgeschäft (-17 Prozent auf 178,5 Millionen Franken) deutlich zurück. Immerhin habe das Geschäft nach den saisonal schwachen Sommermonaten wieder deutlich Fahrt aufgenommen, betont das Unternehmen.

Fortschritte auf Aufwandseite

Das Transaktionsvolumen erhöhte sich im vergangenen Jahr derweil um 17 Prozent auf 13,8 Milliarden Franken. Allerdings seien die Margen weiterhin auf niedrigerem Niveau geblieben, heisst es.

Fortschritte gemacht hat Leonteq wie angekündigt auf der Aufwandseite. So konnte der Geschäftsaufwand dank niedrigerem Personalaufwand und geringeren Netto-Rückstellungen um 11 Prozent auf 205 Millionen Franken reduziert werden. Das Unternehmen hat nun die Mitarbeiterzahl im «Nearshoring»-Center in Lissabon bis Ende 2025 auf 100 von 80 erhöht.

Leonteq hatte bereits mitgeteilt, die Berechnung der marktrisikogewichteten Aktiven nach dem Standardansatz im Rahmen des Fundamental Review of the Trading Book (SA-FRTB) abgeschlossen zu haben. Das Finanzunternehmen unterliegt seit Anfang 2025 erweiterten Kapital- und Risikoverteilungs-Anforderungen.

Die Umsetzung der Berechnungen für die risikogewichteten Aktiven (RWA) führte zu einem positiven Einfluss auf die Kapitalposition von Leonteq: Die CET1-Kapitalquote stieg zum Jahresende 2025 um rund 270 Basispunkte auf 16,9 Prozent.

Erträge steigern

Im laufenden Jahr will sich Leonteq nun auf den Ausbau «vielversprechender Geschäftsfelder» konzentrieren, um die Erträge zu steigern. Zudem will das Unternehmen den adressierbaren Markt durch verschiedene Massnahmen erweitern. Kostenseitig wird für 2026 ein Geschäftsaufwand von etwa 200 Millionen Franken vorgesehen.

Leonteq gehe davon aus, sowohl im ersten Halbjahr als auch im Gesamtjahr 2026 ein positives Vorsteuerergebnis zu erzielen. Das Unternehmen erwartet angesichts des Ergebnisses für 2025, dass die mittelfristigen Finanzziele nun neu im Jahr 2028 erreicht werden.

Neuer Verwaltungsratspräsident soll Felix Oegerli werden, wie weiter bekannt wurde. Der 1961 geborene Schweizer wird an der Generalversammlung am 1. April 2026 zur Wahl vorgeschlagen. Der amtierende Präsident Christopher Chambers hatte im Dezember angekündigt, dass er nicht mehr zur Wiederwahl antreten werden.

(AWP)