Zwar hat der Schokoladenhersteller mit seiner Profitabilität positiv überrascht und den Jahresausblick bestätigt. An der Börse überwiegt aber die Sorge über die anhaltend schwache Mengenentwicklung und die Frage, ob Lindt nach den massiven Preiserhöhungen wieder zu nachhaltigem Volumenwachstum zurückfindet.
Gegen 09.30 Uhr verlieren die PS in einem etwas volatilen Handel 1,2 Prozent auf 9480 Franken. Der Gesamtmarkt gemessen am SPI notiert knapp im Minus.
Die Resultate fielen insgesamt gemischt aus. Während die EBIT-Marge entgegen den Erwartungen leicht zulegte und damit von mehreren Analysten positiv hervorgehoben wird, blieb das organische Wachstum mit 4,3 Prozent leicht unter den Erwartungen. Die Entwicklung war erneut ausschliesslich von Preiserhöhungen getragen: Die Preise stiegen um 11,8 Prozent, gleichzeitig brach das Absatzvolumen um 7,5 Prozent ein.
Die ZKB spricht von einem leicht unter den Erwartungen liegenden Umsatzwachstum, gleichzeitig aber einer überraschend starken Gewinnentwicklung. Für die weitere Kursentwicklung bleibe entscheidend, ob Lindt wieder zu Volumenwachstum zurückfinde, ohne bei den Preisen grössere Zugeständnisse machen zu müssen.
Ähnlich äussert sich Vontobel. Zwar seien die Margen und der freie Cashflow besser ausgefallen als erwartet. Die Bestätigung der mittelfristigen Wachstumsziele dürfte die Skeptiker aber kaum überzeugen. Der Markt dürfte die Debatte fortsetzen, ob Lindt bereits 2027 wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad mit steigenden Absatzmengen zurückkehren kann.
Auch Jefferies sieht angesichts der bestätigten Jahresziele nur begrenzten Spielraum für höhere Gewinnschätzungen. Vor diesem Hintergrund reicht die positive Margenüberraschung den Anlegern nicht aus, um über die anhaltend schwache Volumenentwicklung hinwegzusehen.
Optimistischer tönt es von Kepler Cheuvreux. Das Analysehaus bezeichnet den vorliegenden Zahlenkranz als «beruhigend». Die UBS schreibt ergänzend, dass die Ausgangslage in Bezug auf die Vergleichsbasis aus der Vorjahresperiode in der zweiten Jahreshälfte einfacher wird, als dies in der ersten Jahreshälfte der Fall war.
(AWP)

