Die Namenaktien von Lindt&Sprüngli ziehen am Freitag bis 10.45 Uhr um 0,9 Prozent auf 99’500 Franken an, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) knapp gehalten notiert. 

Research Partners hat am Freitag das Rating des Schokoladenproduzenten aus Kilchberg auf «Kaufen» von «Halten» hochgestuft. Das hohe Kursziel von 133'000 Franken wurde dabei leicht auf 129'000 Franken zurückgenommen. Das entspricht dennoch einem Aufwärtspotenzial von 30 Prozent. 

Das schwache Abschneiden der Aktie seit Jahresbeginn (-15 Prozent) ist primär auf die verhaltene Volumenentwicklung zurückzuführen. Am Dienstag, 21. Juli, wird sich bei der Präsentation der Halbjahreszahlen zeigen, ob es Lindt&Sprüngli dank Preissenkungen gelungen ist, eine Trendwende beim Verkaufsvolumen einzuläuten. Zur Erinnerung: Die Lindt-Goldhasen waren an Ostern 2026 so teuer wie nie zuvor. Das machte das Kultprodukt zum Ladenhüter. Entsprechend senkte Lindt&Sprüngli hernach vorwiegend in Europa, inklusive der Schweiz, die Verkaufspreise im Detailhandel. 

Die verhaltene Volumenentwicklung sei die direkte Folge der deutlichen Preiserhöhungen für den Endkonsumenten in den vergangenen Jahren, schreibt Daniel Bürki, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank, im Hinblick auf die Zahlenpublikation. Die Rückkehr zu Volumenwachstum ohne gleichzeitig zu viele Preiskonzessionen werde der Schlüsselfaktor für die Aktie in den nächsten Monaten sein. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27,4x sei die Aktie im historischen Vergleich moderat bewertet - der zehnjährige Durchschnitt liege bei 35,7x. Der ZKB-Experte stuft den Titel «Marktgewichten» ein.

Angelsachsen negativ eingestellt

Im Gegensatz zu Research Partners empfehlen die drei US-Investmentbanken Goldman Sachs, Jefferies und JPMorgan zum Verkauf. Jefferies nahm Ende Juni die Abdeckung für die Namenaktie von Lindt&Sprüngli mit der Einstufung «Underperform» und einem Kursziel von 81'660 Franken auf. Das entspricht einem Abwärtspotenzial von knapp 20 Prozent. 

Die Preisstrategie des Schokoladenherstellers der vergangenen Jahre sei auf Dauer nicht tragfähig, schrieb der Jefferies-Analyst Feng Zhang in einer Kundennotiz. Die kräftigen Preiserhöhungen hätten die Wettbewerbsfähigkeit geschwächt und es gebe erste Anzeichen einer nachlassenden Nachfrage. Um das Absatzvolumen wieder zu steigern, rechnet der Experte in den kommenden Jahren mit geringeren Preiserhöhungen des Schokoladenkonzerns und damit auch mit niedrigeren Margen als vom Markt erwartet.

Mit Blick auf die Halbjahreszahlen und die geteilten Analystenmeinungen dürfte der Kakaopreis ein wichtiger Faktor sein. Die Analysten von Julius Bär, welche den Titel mit einem Kursziel von 125'000 Franken zum Kauf empfehlen, versprechen sich Entlastung auf der Kostenseite dank der seit dem Sommer 2025 deutlich gesunkenen Kakaopreise. Insgesamt dürfte das organische Wachstum im ersten Halbjahr aber positiv bleiben und sich im zweiten Halbjahr wieder beschleunigen, so die Experten von Julius Bär weiter. 

Gemäss AWP-Analyser stufen je fünf Analysten die Aktie mit «Kaufen» und «Verkaufen» ein sowie vier mit «Halten». Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 110'900 Franken. 

(Mit Material der Nachrichtenagentur AWP)

Thomas Daniel Marti
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