07:40

Der deutsche Leitindex Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Freitag höher starten. Am ‌Donnerstag ⁠hatte er 0,2 Prozent schwächer bei 23'589 Punkten geschlossen. Die ⁠Angst vor einem längeren Irankrieg und steigenden Ölpreisen belastete erneut die ‌Märkte. An der Wall Street ging es ‌deutlich bergab.

Zum Wochenschluss richtet ​sich der Fokus der Anleger weiter auf die Entwicklung am Ölmarkt. Das Fass der Nordseesorte Brent notierte zwar leicht schwächer, lag aber immer noch knapp über 100 Dollar. ‌WTI verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 95,25 Dollar je Fass.

Wie US-Finanzminister Scott Bessent am Donnerstag erklärte, erlauben ​die USA nun Ländern für die nächsten 30 ​Tage auf See befindliches ​russisches Öl und Ölprodukte zu kaufen. Am Mittwoch hatte das US-Energieministerium bereits ‌angekündigt, 172 Millionen Barrel Öl aus der strategischen Ölreserve freizugeben, um die Energiemärkte zu stabilisieren. Dies ist Teil einer ​Zusage ​der 32 Mitgliedstaaten der Internationalen ⁠Energieagentur (IEA), insgesamt 400 Millionen Barrel Öl ​freizugeben.

Auf der Konjunkturseite stehen ⁠aus den USA unter anderem die zweite Schätzung ‌zum BIP-Wachstum und das Konsumentenvertrauen der Uni Michigan an.

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06:20

Der Swiss Market Index (SMI) steht vorbörslich bei der IG Bank 0,42 Prozent höher bei 12'897 Punkten.

Am Freitag geben Medacta und Molecular Partners das Jahresergebnis 2025 bekannt.

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06:13

Der Euro wird praktisch unverändert zu 90,50 Rappen gehandelt (-0,01 Prozent). Der Dollar kostet 78,68 Rappen (+0,14).

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04:45

Schwindende Hoffnungen auf eine Lösung im Krieg zwischen den USA und Israel mit dem Iran und die damit verbundenen hohen Ölpreise belasten die Börsen in Asien. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien ausserhalb Japans gab um 0,5 Prozent nach. In Südkorea gaben die technologielastigen Aktien ‌um fast ⁠zwei Prozent nach und die Börse in Taiwan verlor ein Prozent.

In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,2 Prozent auf 53'774 Punkte nach und ⁠der breiter gefasste Topix notierte 0,6 Prozent niedriger bei 3629 Zählern. Auf sieben Kursgewinner im Nikkei-Index kamen 115 Verlierer.

Die Aktien von Honda Motor brachen um 6,1 Prozent ein und verbuchten damit ‌den grössten prozentualen Tagesverlust seit Februar 2025. Japans zweitgrösster Autobauer hatte wegen massiver Restrukturierungskosten im Bereich Elektromobilität den ersten ‌Jahresverlust seit fast 70 Jahren als börsennotiertes Unternehmen angekündigt.

In China verlor die Börse ​Shanghai 0,2 Prozent auf 4120 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stagnierte bei 4.686,51 Punkten.

«Angesichts der weiterhin hohen Wahrscheinlichkeit höherer Ölpreise sollten sich Anleger auf eine anhaltende Volatilität und möglicherweise weitere kurzfristige Abwärtsrisiken einstellen», sagte Vasu Menon, Geschäftsführer für Anlagestrategie bei OCBC in Singapur.

Zudem veranlasst die Furcht vor steigender Inflation die Märkte dazu, ihre Erwartungen an die Zentralbanken neu zu bewerten. Händler rechnen nun mit einer Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed von nur noch 20 ‌Basispunkten, verglichen mit den im Vormonat eingepreisten 50 Basispunkten. «Die Märkte waren in diesem Jahr auf Zinssenkungen der Fed eingestellt, aber die Grundlage für Zinssenkungen ist mit dem US-Einsatz im Iran nicht mehr gegeben», sagte Prashant Newnaha, leitender Zinsstratege bei TD Securities. «Die Märkte richten sich auf einen höheren Endzinssatz ein.»

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03:10

Der US-Dollar gilt in unsicheren Zeiten ​als sicherer Hafen. Dies setzt die meisten anderen Währungen unter Druck. Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar geringfügig auf ​159,35 Yen und legte 0,2 Prozent auf 6,8855 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte rückte er etwas ​auf 0,7863 Franken vor. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1507 Dollar und zog leicht auf 0,9051 Franken an.

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02:25

Die Ölpreise haben im frühen Handel in Asien leicht nachgegeben, hielten sich ‌aber in der Nähe der viel beachteten Marke von 100 Dollar pro Barrel. Händler verweisen auf die von den USA am Donnerstag erteilte 30-tägige Genehmigung, die es Ländern erlaubt, auf See befindliches russisches Öl und Ölprodukte zu kaufen. Damit lindern sich Sorgen über das Angebot.

Die Genehmigung sei ein Schritt zur Stabilisierung der durch den ​Iran-Krieg erschütterten ​globalen Energiemärkte, hatte US-Finanzminister Scott Bessent erklärt. «Die 30-tägige Genehmigung hat die Sorgen am ⁠Markt gelindert, aber sie wird das grundlegendste Problem nicht lösen», sagte Analyst Yang An von Haitong ​Futures. «Das Wichtigste ist die Wiederherstellung der sicheren ⁠Schifffahrt in der Strasse von Hormus.»

Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee stagnierte bei 100,39 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,4 Prozent schwächer ‌bei 95,36 Dollar.

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23:55

Inflationssorgen wegen der Folgen des Iran-Krieges haben am Donnerstag den US-Aktienmarkt stark belastet. Anlegern missfiel, dass die Ölpreise trotz der Freigabe von Reserven durch die Internationale Energieagentur weiter stiegen. Angesichts iranischer Attacken auf den Energiesektor im Persischen Golf kostete ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent teils wieder mehr als 100 US-Dollar. Aktuell rechnen Finanzmarktakteure nicht mehr mit Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed in diesem Jahr.

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial fiel um 1,56 Prozent auf 46'6778 Punkte und weitere damit seine Vortagesverluste deutlich aus. Der marktbreite S&P 500 sank um 1,52 Prozent auf 6672,623 Zähler.

Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 1,73 Prozent auf 24'534 Punkte nach unten. Er hatte sich am Mittwoch noch dank eines Kurssprungs bei den Aktien des Soft- und Hardware-Herstellers Oracle stabil gehalten.

Am Donnerstag mahnte die Nachrichtenlage einmal mehr zur Vorsicht, denn zum einen wurden in irakischem Gewässer zwei Öltanker angegriffen, und zum anderen verunsicherten Aussagen von Irans neuem Religionsführer und Staatsoberhaupt. Modschtaba Chamenei forderte Rache für die Opfer im Krieg gegen die USA und Israel. Auch müsse «weiterhin der Hebel der Blockierung der Strasse von Hormus genutzt werden». Sie ist ein Nadelöhr der globalen Energieversorgung.

«Der Iran hat es mit vergleichsweise begrenzten Mitteln geschafft, den für die Weltwirtschaft so wichtigen Seetransport durch die Strasse von Hormus den mittlerweile zwölften Tag in Folge lahmzulegen», konstatierte Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank.

Die beiden brennenden Tanker vor der Küste Iraks und die Evakuierung des Ölhafens im Oman demonstrierten Irans unveränderte Bereitschaft, Öl als Waffe einzusetzen. «Solange der Iran die Strasse von Hormus kontrolliert, werden sich die Finanzmärkte nicht nachhaltig beruhigen.»

Eine Blockade dieses Seeweges über längere Zeit hätte dramatische Auswirkungen auf die Weltkonjunktur. Ein kräftiger Schub bei den Öl- und Gaspreisen könnte jeglichen Wirtschaftsaufschwung im Keim ersticken. Die Internationale Energieagentur spricht bereits von der «grössten Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes».

Unter den Einzelwerten stiegen dementsprechend die Ölwerte weiter an. So gewannen Exxon Mobil, Chevron und ConocoPhillips zwischen 1,3 und 2,8 Prozent.

Papiere aus der Düngemittelbranche waren ebenfalls gefragt, denn die Strasse von Hormus ist auch bedeutend für den Schwefel-Bedarf, einem Bestandteil von Düngespezialitäten. Damit stiegen Mosaic um fast 8 Prozent. Die Anteilsscheine von CF Industries waren gar auf ein Rekordhoch geklettert; hier stand am Ende an der S&P-500-Spitze ein Plus von gut 13 Prozent zu Buche.

Finanztitel hingegen bekamen die Konjunktursorgen und das sinkende Vertrauen der Anleger in die privaten Kreditmärkte zu spüren. Cliffwater und Morgan Stanley sahen sich bereits genötigt, Entnahmen aus ihren milliardenschweren privaten Kreditfonds zu begrenzen. Die Anteilscheine von Morgan Stanley büssten 4,1 Prozent ein. Im Sog dessen verloren Goldman Sachs am Dow-Ende 4,4 Prozent.

Die zuletzt sehr gut gelaufenen Aktien von Dollar General knickten um gut sechs Prozent ein. Der Einzelhändler hatte enttäuschende Jahres- und Langzeitprognosen genannt.

(cash/AWP/Bloomberg/Reuters)

Reto Zanettin
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