Die Aktien von Logitech geben am Donnerstag geringfügig um 0,33 Prozent auf 72,44 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Market Index (SMI) um 0,75 Prozent anzieht. Damit setzen die Valoren des Computerzubehörherstellers die Talfahrt der letzten zwei Wochen fort, nachdem der Titel vor drei Monaten noch 16 Prozent höher notiert hat. 

Der Chefdenker Torsten Sauter von der französischen Research-Boutique Kepler Cheuvreux senkte am Donnerstag das Kursziel für Logitech auf 95 von 105 Franken. An einer positiven Zukunft für Logitech lässt er keine Zweifel aufkommen. Der Experte von Kepler Cheuvreux hält an seiner Einstufung «Buy» fest. 

Im Vorfeld der Zahlen zum dritten Quartal, die am 27. Januar vorgestellt werden, rechnet Analyst Sauter für den Computerzubehör-Spezialisten mit soliden Resultaten, da das wichtige Weihnachtsquartal die Nachfrage gestützt habe und vorgezogene PC-Käufe im Hinblick auf erwartete Komponentenpreiserhöhungen 2026 auch das Peripheriegeschäft begünstigt hätten.

Gleichzeitig trägt der Experte von Kepler Cheuvreux der Einschätzung Rechnung, dass deutlich höhere PC-Preise künftig auf die Auslieferungen und damit auch auf Logitechs Kernsegmente drücken könnten, und geht entsprechend für das kommende Geschäftsjahr von einem Umsatzrückgang aus. Diese Annahme sei bewusst konservativ, zumal der jüngste Kursrückgang übertrieben erscheine und Logitech in Phasen externer Schocks erfahrungsgemäss Marktanteile gewinne, so Sauter weiter.

Am Mittwoch hatte der Vontobel-Analyst Michael Foeth das Rating von Logitech auf «Buy» von «Hold» erhöht. Logitech verfolge seine strategischen Initiativen rund um die Themen Produktinnovation, B2B, China und Markenaufbau konsequent weiter und konnte damit in sieben Quartalen in Folge Wachstum generieren.

Der Zielmarkt biete reichlich Raum für weiteres Wachstum, während die mit viel Liquidität ausgestattete Bilanz für strategische Flexibilität und Resilienz auch in stürmischen Zeiten sorge, so der Vontobel-Experte. Die aktuellen Schätzungen widerspiegelten bereits die gedämpften Wachstumserwartungen, so die Konklusion. Wie Sauter von Kepler Cheuvreux setzte Foeth von Vontobel beim Kursziel den Rotstift an und reduzierte dieses auf 96 von 106 Franken. Das ergibt ein Aufwärtspotenzial von 32 Prozent. 

Beim Blick auf die Bewertung fällt auf, dass sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Logitech deutlich abgeschwächt hat. Dieses fiel in den letzten drei Monaten mit der Kurskorrektur auf 16 von 22 zurück und liegt somit eine Standardabweichung unter dem fünfjährigen Durchschnitt von 19. Im langfristigen Vergleich kann die Aktie als durchaus günstig betrachtet werden, auch wenn der kurzfristige Wachstumsausblick etwas durchzogen scheint. 

Eine weitere Kenngrösse, welche auf eine Unterbewertung hindeutet, ist das Verhältnis des KGV zum Ertrag auf dem investierten Kapital (ROIC). Dieses liegt bei 0,7 - KGV von 16 dividiert durch den ROIC von 28 Prozent. Der ROIC ist eine Rentabilitätskennzahl, die misst, wie effizient ein Unternehmen das gesamte Kapital einsetzt. Hierbei ist ein Wert unter 2 für eine Wachstumsaktie attraktiv. Mit einem ROIC von 28 Prozent setzt der Computerzubehörhersteller sein Kapital sehr effizient ein. Im Durchschnitt bringen es europäische Wachstumsaktien auf einen ROIC von 15 bis 20 Prozent. 

Thomas Daniel Marti
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