Die Aktie von Sulzer hat am Dienstag kurzzeitig 0,6 Prozent gewonnen, bevor sie erneut ins Minus gefallen ist (-0,3 Prozent). Dies nachdem sie am Montag 5 Prozent tiefer geschlossen hatte. Derzeit notieren die Titel auf 158 Franken - im Februar waren sie noch 20 Franken mehr wert, bevor der Kriegsausbruch im Iran den Titel zurückwarf. Auf Jahressicht resultiert ein Plus von 6,5 Prozent.

Die Lage im Nahen Osten dürfte auch gestern für den grösseren Einbruch verantwortlich gewesen sein. Am breiten Schweizer Aktienmarkt gaben fast alle Zykliker überdurchschnittlich nach. So fielen auch die Kurse von Holcim, ABB oder Sika. Die Phase der Unsicherheit gehe in die Verlängerung, wurde die Situation von Händlern zusammengefasst.

Vontobel-Analyst Arben Hasanaj erklärte bereits vor wenigen Tagen, als Sulzer die Quartalszahlen vorlegte, dass die Lage im Nahen Osten für die zweite Jahreshälfte wegweisend sein dürfte. Der Auftragseingang lag in den ersten drei Monaten 16 Prozent unter dem Vorjahreswert. 

Damit wird klar, dass die Aktie für Anleger mit kurzfristigen Gewinnavancen nicht das passende Investment ist. Wie es Kepler Chevreux beschreibt, ist Sulzer ein Industrieunternehmen im Wandel mit steigender Qualität und zusätzlichem Margenpotenzial - trotz bereits erzielter Gewinnsteigerungen.

Dank einer breiten Marktabdeckung und langlebiger Produkte könnte der Winterthurer Konzern künftig wieder an Wert gewinnen. Das Unternehmen profitiert unter anderem von eher oligopolistischen Märkten, angemessener Preissetzung und einer soliden Ertragsvisibilität. Zudem dürften die zunehmenden regulatorischen Anforderungen an Energieeffizienz und Umweltschutz den Bedarf von modernen Pumpensystemen ankurbeln.

Die neun bei AWP erfassten Experten erachten 180 Franken als realistisches Preisniveau für die Aktie, wobei ein Analyst sogar 210 Franken in Betracht zieht. Sechs Kaufempfehlungen überwiegen drei Halten-Empfehlungen. 

(cash)