Dafür solle eine eigenständige Plattform eingerichtet werden, schrieb die «Financial Times» am Dienstag. Die LSE reagiere damit auf eine gestiegene Nachfrage vor allem von Privatanlegern, zitierte das Blatt Unternehmenschefin Julia Hoggett. Die LSE war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Ab dem kommenden Jahr könnten auf der neuen Plattform zunächst börsennotierte Fonds (ETFs) auf britische und US-Werte gehandelt werden, hiess es weiter. Sie werde zwischen 17.00 Uhr und 7.50 Uhr britischer Zeit geöffnet sein. Um 6.30 Uhr gebe es eine 30-minütige Unterbrechung für die Feststellung und Abrechnung der Schlusskurse. Der bisherige Wertpapierhandel bleibe davon unberührt und laufe wie bisher zwischen 8.00 und 16.30 Uhr.
Mit diesen Plänen folgt die LSE einem internationalen Trend: Spätestens mit dem Aufstieg der Kryptowährungen, die auf spezialisierten Online-Plattformen rund um die Uhr gehandelt werden können, steigt der Druck auf die traditionellen Börsenbetreiber, ihre Geschäftszeiten auszuweiten.
An der US-Technologiebörse Nasdaq können Wertpapiere ab Dezember werktags 23 Stunden lang gehandelt werden. An der US-Börse Cboe ist dies für ausgewählte Aktien seit vergangener Woche möglich. Im Mai startete die CME einen durchgehenden Handel für Terminkontrakte auf Kryptowährungen. Die New York Stock Exchange (Nyse) hat die Genehmigung für eine Ausweitung der Handelszeiten auf 22 Stunden erhalten.
Börsenprofis sehen diesen Trend jedoch kritisch. Sie warnen unter anderem vor grösseren Kursausschlägen durch die geringeren Umsätze in den Nachtstunden.
(Reuters)

