Zum ersten Quartal gibt Lonza jeweils einen Überblick dazu, wie das Geschäftsjahr angelaufen ist, allerdings ohne konkrete Zahlen zu nennen. Seit Jahresbeginn sei eine «starke» Performance zu sehen gewesen, trotz geopolitischer Herausforderungen, schreibt das Unternehmen.

Die gute Entwicklung sei von einer anhaltend hohen Nachfrage in allen Geschäftsbereichen getragen worden. Dabei werde das Wachstum und die Kern-Betriebsgewinnmarge (EBITDA) in der ersten Jahreshälfte aufgrund der tiefen Vorjahresbasis und Produkteinführungen stärker ausfallen, als dies im zweiten Halbjahr der Fall sein wird.

Die wichtige Sparte «Integrated Biologics» verzeichne eine gute Dynamik, auch dank Wachstumsprojekten, so die Mitteilung. Dort wo das Mammalian- (auf Säugetierzellen-basierte Therapien) sowie das Service-Geschäft für die Produktion von Medikamenten angesiedelt sind, hängt einiges von den Erfolgen an dem von Roche abgekauften Produktionsstandort im kalifornischen Vacaville ab.

In Vacaville erwartet Lonza dank getätigter Investitionen in die Produktion im laufenden Jahr grosse Fortschritte. Und auch das Hochfahren einer Grossanlage von Säugetierzellkulturen in Visp sei auf gutem Wege. Derweil profitiere die Sparte «Advanced Synthesis» vom raschen Hochlauf der im 2025 neu gewonnenen Aufträge sowie von zahlreichen Chargenfreigaben für die Produktion.

Fokus auf Pharmafertigung

Den Geschäftsbereich Kapseln und Nahrungsergänzung (CHI) hat Lonza, wie bekannt, an die Private-Equity-Gesellschaft Lone Star Funds zu einem Preis von mindestens 3,0 Milliarden Franken verkauft. Die Division soll im zweiten Semester 2026 an die Käuferin übergehen. Die aus Verkäufen erzielten Erlöse von 1,7 Milliarden Franken werde in organisches Wachstum und Zukäufe investiert, hiess es.

Mit der Loslösung des CHI-Geschäfts liege der Fokus ganz auf der Pharmaauftragsfertigung (CDMO), so Lonza. Dort will der Konzern weiterwachsen.

Im laufenden Jahr wird, wie Ende Januar bereits angekündigt, ein Umsatzwachstum in Lokalwährungen von 11 bis 12 Prozent sowie eine Betriebsgewinnmarge von über 32 Prozent angestrebt. 2025 lag die Marge bei 31,6 Prozent.

Geschäft durch Nahost-Konflikt kaum belastet

Dank des Risikomanagements rechnet Lonza derzeit nicht mit wesentlichen finanziellen Auswirkungen aus dem Nahost-Konflikt. Der Energiebedarf für das Jahr 2026 sei fast vollständig abgesichert, und auch für 2027 sei dies für einen beträchtlichen Anteil der Fall.

Darüber hinaus verfügt die Gruppe laut den Angaben über keine Produktionsstätten im Nahen Osten und ist in dieser Region auch nur in begrenztem Umfang in den Bereichen Vertrieb, Kundenbeziehungen und Lieferkette engagiert.

Auch mit Blick auf die Zollpolitik der USA sieht sich das Unternehmen weiterhin gut aufgestellt. Lonza geht aktuell nicht davon aus, dass die Handels- und Zollpolitik der USA wesentliche Auswirkungen auf das Geschäft und auf die Kunden haben wird. Das schliesse auch die derzeitigen Untersuchungen zu möglichen Zöllen gemäss Section 232 mit ein, heisst es.

Nachdem die Trump-Regierung mit den vor einem Jahr angekündigten Zollbestimmungen vor dem Obersten Gericht eine Niederlage einfuhr, sucht sie derzeit nach anderen Möglichkeiten, um auf Einfuhren in die USA Zölle zu erheben. Eine davon ist die sogenannte Section 232 zur Wahrung der nationalen Sicherheit.

Allerdings könnte es für Lonza betreffend gewisser Aufträge Verzögerungen geben, nachdem grosse Pharmakonzerne kommuniziert hätten, dass die angekündigten Investitionen in den USA mehr Zeit in Anspruch nehmen dürften. Insgesamt bleibe die Nachfrage nach Outsourcing-Dienstleistungen von Lonza sowohl von Pharma- als auch Biotech-Firmen aber weiterhin hoch, so die Mitteilung.

(AWP)