"Vertrauen zu verspielen ist nie gut. Der Pharmazulieferer Lonza sollte mittlerweile ein Liedchen davon singen können", schreibt die Agentur AWP am Donnerstag. Angespielt wird damit auf die Tatsache, dass das Unternehmen nicht nur seine Margenziele mehrmals angepasst habe. Auch der Abgang eines weiteren CEO hat dem Image und vor allem dem Kurs arg zugesetzt. Die Lonza-Aktie hat sein Anfang Juni zweitweise fast die Hälfte des Wertes eingebüsst.
Lonza bleibe eine "Black Box" in Bezug auf den Wachstumspfad und die Margenentwicklung, schreibt der für Lonza zuständige Stifel-Analyst am Donnerstag. Er senkte das Kursziel für Lonza auf 375 von 530 Franken (derzeit: 337 Franken). Die Einstufung lautet weiterhin "Hold".
Die Konsenserwartungen für den Gewinn pro Aktie, die der Analyst nun reduziert hat, seien seines Erachtens zu hoch, denn ein Grossteil der schlechten Nachrichten dürfte bereits eingepreist sein.
Interims-CEO und Verwaltungsratspräsident Albert Baehny habe am Kapitalmarkttag zwar versucht, für etwas Klarheit zu sorgen. Für einen Aussenstehenden gebe es jedoch weiterhin zu viele unbekannte und bewegliche Teile, um ein klares Bild zu erhalten, scheibt der Stifel-Analyst. Die Aktie habe zwar nach den zahlreichen Enttäuschungen bereits eine Neubewertung erfahren, dennoch erachtet der Analyst sie angesichts der zuletzt mageren Erfolgsbilanz immer noch als zu hoch bewertet.
Sollte es Lonza gelingen, dieses Mal einen erstklassigen CEO zu finden, könnte sich die Stimmungslage hingegen etwas aufhellen, heisst es weiter.
(cash)

4 Kommentare
warum können DIE nicht schalten ...... in europa fehlen doch diverse medikamente
Tja, Baehny und Vertrauen....Ich glaube, da sind Himmelflieger (-fliegen?) am Werk, deren Bäume aber nur auf dem Papier in den Himmel wachsen. Nicht nur oben sind sie am Werk, auch im mittleren (Miss-)Management läufts nicht rund, wird aber immer wieder schöngeredet ("es wird alles besser..."). Es ist alles viel zu schnell gegangen, auch an sich fähige, jedoch inkompetente Manager kriegten keine Chance, wurden oder sind gegangen. Ende der Talfahrt nicht in Sicht.
Nach dem Kursdebakel das Kursziel den aktuellen Verhältnissen anzupassen zeigt mir, dass der Analyst nach seinem Sommerschlaf erwacht ist!
Sommerschlaf - Nicht von der Hand zu weisen .