Vor der Präsentation der Ergebnisse des ersten Semesters 2026 erwarten die von AWP befragten Analysten einen Umsatzanstieg auf 3,395 Milliarden Franken.

Der Kerngewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen dürfte bei 1,129 Milliarden Franken zu stehen kommen bei einer Marge von 33,2 Prozent. Der Reingewinn wird mit 555 Millionen Franken veranschlagt. 

Lonza dürfte in den ersten sechs Monaten von der anhaltend hohen Nachfrage der Pharmagesellschaften nach Auftragsfertigern profitiert haben. Für den weiteren Wachstumspfad dürfte der Kauf des früheren Roche-Werkes im kalifornischen Vacaville und dessen Auslastung ein zentraler Treiber sein.

Mit dem angekündigten Verkauf des Geschäftsbereichs Kapseln und Nahrungsergänzung hat das Unternehmen die Transformation in einen reinen CDMO bald abgeschlossen. Ein CDMO oder sogenannter «Contract Development and Manufacturing Organization» («Pharmaauftragsfertiger») ist ein Dienstleistungsunternehmen in der Pharmabranche, welches die Pharma- und Biotech-Unternehmen bei der Entwicklung von Medikamenten unterstützt und im Anschluss die skalierbare oder kommerzielle Produktion übernimmt.

Um das Wachstumstempo zu halten, ist es für den Auftragsfertiger Lonza wichtig, das Werk in Kalifornien auszulasten. Entsprechend hoffen Investoren darauf, dass neue Lieferverträge gemeldet werden. Die weitere Entwicklung des Vacaville-Standorts spielt auch eine zentrale Rolle für das Wachstum und die Profitabilität im laufenden Jahr.

Dabei erhoffen sich Investoren und Analysten weitere Angaben zu der geplanten Schliessung des Werkes in Übersee für zwei Monate im zweiten Semester. Grund dafür sind die Umsetzung eines grossen Investitionsprogramms sowie die Einführung neuer Moleküle. Im Rahmen der Investitionen modernisiert und erweitert Lonza die US-Produktionsanlagen und bereitet sie für neue Biologika-Programme vor beziehungsweise rüstet sie um.

Ein weiterer Schwerpunkt dürfte der Hochlauf der neuen grosstechnischen Zellkulturanlage in Visp sein. Der kommerzielle Betrieb soll Mitte 2026 beginnen. Investoren werden darauf achten, ob der Zeitplan eingehalten wird und wann sich die Anlage spürbar im Umsatz niederschlägt.

Das Management stellte zuletzt unverändert ein Umsatzwachstum in Lokalwährungen von 11 bis 12 Prozent sowie eine Betriebsgewinnmarge von über 32 Prozent in Aussicht. 2025 lag die Marge bei 31,6 Prozent. Dabei dürfte das erste Halbjahr aber deutlich stärker ausfallen als das zweite. Der Grund ist die vorübergehende Schliessung von Vacaville.

Die Lonza-Titel haben seit Jahresbeginn eine Zunahme um rund 5 Prozent auf 561 Franken verzeichnet, während der Gesamtmarkt (SMI) um gut 7,5 Prozent zugelegt hat. Bereits letztes Jahr entwickelten sich die Titel unterdurchschnittlich.

Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 671 Franken - knapp 20 Prozent über dem aktuellen Stand. 18 von 19 Analysten empfehlen die Lonza-Aktie zum Kauf. Daneben gibt es ein «Halten»-Rating und keine Verkaufsempfehlung.  

(AWP)