Luftfahrt - Lufthansa erwägt Kauf von Boeing 787

Die Lufthansa denkt offenbar darüber nach, die Boeing 787 in die Flotte aufzunehmen. Der «Dreamliner» aus US-Produktion ist der direkte Konkurrent des europäischen Airbus A350.
28.10.2018 03:47
Ein Airbus A350 der Lufthansa.
Ein Airbus A350 der Lufthansa.
Bild: ZVG

Die Lufthansa ist unterrichteten Kreisen zufolge dabei zu entscheiden, ob sie ihre ersten Boeing 787 Dreamliners in die Flotte aufnimmt oder weitere Airbus A350-Grossraumflugzeugen kauft. Die Fluggesellschaft ist dabei, ihren Bestand an Langstrecken-Jets zu modernisieren.

Lufthansa habe sowohl Airbus als auch Boeing um Angebote gebeten und plane, in den nächsten Monaten rund 20 Jets zu bestellen. Das berichteten mit den Plänen vertraute Personen, die namentlich nicht genannt werden wollen.

Es geht um einen Deal im Wert von etwa 5 Milliarden Dollar zu Listenpreisen.  Die Lufthansa kann auf Rabatte bei den Bestellungen zählen. Aber ein Deal hängst wahrscheinlich von mehr ab als den üblichen Rabatten. Die deutsche Fluggesellschaft bitte die Flugzeugbauer auch, ihr dabei helfen, die alternden und viel Treibstoff verbrauchenden Airbus A340 Modelle los zu werden, sagten die Personen. Vertreter von Lufthansa, Airbus und Boeing wollten keine Stellungnahme abgeben.

Zwar haben Boeing und Airbus gelegentlich gebrauchte Jets zurückgenommen, um Transaktionen an Land zu ziehen. Sie werden aber wahrscheinlich nicht von jedem potenziellen Käufer Inzahlungnahmen von A340 in Betracht ziehen, sagte George Ferguson, ein Analyst bei Bloomberg Intelligence. Die Nachfrage und die Buchwerte der mit vier Triebwerken ausgestatteten Flugzeuge sind gesunken, da die Fluggesellschaften auf effizientere, mit zwei Triebwerken ausgestattete Flugzeuge umgestiegen sind.

Der Kauf von Grossraumflugzeugen kann die Strategie einer Fluggesellschaft über Jahrzehnte prägen, da die Jets eine Lebensdauer von 25 Jahren oder mehr haben und die Wiederverkaufswerte stark schwanken. Sie sind auch eine grosse Investition sowohl für die Fluggesellschaften als auch für die Hersteller, wobei letztere von Grossaufträgen abhängig sind, damit ihre milliardenschweren Programme einen Gewinn erzielen.

(Bloomberg/cash)

 
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