Die Lufthansa und die Gewerkschaft Verdi haben einen ersten Tarifabschluss für das fliegende Personal der Konzern-Tochter City Airlines ‌erzielt. Man ⁠habe sich auf eine Ersttarifierung bei den Flugbegleitern und Piloten mit ⁠einer dreijährigen Laufzeit bis Ende März 2029 geeinigt, teilten beide Seiten am Freitag ‌mit. Dies schaffe eine stabile Basis für weiteres ‌Wachstum und berücksichtige zugleich die wirtschaftlichen ​Herausforderungen des sehr wettbewerbsintensiven europäischen Kurzstreckenmarktes, erklärte die Lufthansa. «Die Beschäftigten erhalten innerhalb der nächsten Jahre deutlich mehr Gehalt und auch die Arbeitsbedingungen werden trotz des enormen Wachstumspfades Schritt für Schritt verbessert», sagte Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky.

Die 2023 gegründete ‌Lufthansa-Tochter City Airlines soll wie der ebenfalls neue Flugbetrieb Discover deutlich günstiger und mit niedrigeren Personalkosten operieren als die Kernmarke Lufthansa (Classic).

Man habe Gehaltssteigerungen von ​20 bis 35 Prozent für das Cockpit- und Kabinenpersonal ​durchgesetzt, erklärte Verdi. Die Grundgehälter erhöhten ​sich in insgesamt drei Schritten. Zudem soll es weitere Einkommenszuwächse etwa durch Zulagen geben. Ferner ‌erhalten die Beschäftigten einen zusätzlichen freien Tag pro Monat, zwei zusätzliche Urlaubstage im Jahr, bessere Planbarkeit von Urlaub und Freizeitwünschen und mehr Teilzeitmöglichkeiten, wie ​Verdi ​betonte. Am Flughafen München und seit ⁠wenigen Wochen auch am Drehkreuz in ​Frankfurt solle die Fluglinie den ⁠europäischen Zubringerverkehr der Lufthansa Airlines federführend übernehmen, hiess es. «An beiden ‌Standorten beschäftigt das Unternehmen rund 500 Cockpit- und Kabinenbeschäftigte.»

Bei der Kernmarke Lufthansa und der vor der Schliessung stehenden Regionaltochter Cityline wird ‌derweil gestreikt. Der Arbeitskampf beim Kabinenpersonal sorgt für ​den Ausfall von Hunderten Flügen der Lufthansa und trifft Zehntausende Passagiere im Oster-Rückreiseverkehr. 

(Reuters)