Luxusgüter - Klassische Uhren: Die etwas andere Geldanlage

Die Schweizer Uhrenindustrie steckt derzeit in einem Tief. Nicht so die klassischen Zeitmesser. Ihr Wert steigt permanent. cash stellt fünf Beispiele vor.
05.02.2017 21:21
Von Ivo Ruch
Ein Klassiker aus Genf: die Patek Philippe 1518.
Ein Klassiker aus Genf: die Patek Philippe 1518.
Bild: ZVG

Dieser Beitrag ist Teil des am 1. Februar 2017 erschienenen Anlegermagazins «VALUE» von cash. Sie können das Magazin als E-Paper lesen, als PDF herunterladen oder gratis als gedruckte Ausgabe bestellen.

 

Mit dem richtigen Timing, dem nötigen Kleingeld und einer Portion Leidenschaft haben sich Uhreninvestments in den zurückliegenden Jahren ausbezahlt. Wie Oldtimer, Kunstwerke und andere Luxusgüter sind klassische Zeitmesser in Zeiten tiefer Zinsen zu begehrten Wertanlagen geworden. Luxusuhren sind in den letzten fünf Jahren im Durchschnitt 32 Prozent teurer geworden, wie folgende Übersicht über die verschiedenen Anlageklassen zeigt:

Doch nicht jedes Uhreninvestment ist ein Selbstläufer. Anleger und Sammler sollten Wert auf klassische Marken legen: Patek Philippe, Rolex oder Omega – Schweizer Hersteller also, die seit Jahrzehnten kompromisslos auf zeitloses Design, hochwertige Materialien und Qualität setzen. 

Für Preissteigerungen entscheidend sind Rarität und Geschichte. Ein gutes Beispiel ist die oben abgebildete Patek Philippe 1518. Dieser Chronograph war der erste serienmässig hergestellte ewige Kalender. Die Produktion begann in den 1940er-Jahren mit weniger als 300 Exemplaren. Nur vier davon wurden in Stahl gefertigt. Davon kam eine Uhr Mitte November 2016 an einer Auktion in Genf unter den Hammer – und wechselte für 11 Millionen Franken den Besitzer.

Panerai Radiomir «Egiziano»

Panerai-Uhren, die heute zum Richemont-Konzern gehören, sind eine Kombination aus italienischem Design und Schweizer Uhrmacherkunst und wurden anfänglich ausschliesslich im Auftrag der italienischen Marine hergestellt. Die Radiomir «Egiziano» mit ihrem gross dimensionierten Gehäuse wurde allerdings 1956 für die ägyptischen Streitkräfte gefertigt. Weil es nicht mehr als 50 Stück davon geben soll, ist die Uhr über 130 000 Franken wert. Die Bedeutung von Geschichte ist an dieser Uhr besonders deutlich ablesbar. 

Swatch: «Blum Kollektion»

Damit sich eine Uhr zum Kultobjekt entwickelt, muss sie nicht unbedingt teuer gewesen sein. So wecken auch die Swatch-Plastikuhren immer wieder das Interesse von Fans – zum Beispiel mit limitierten Editionen von berühmten Künstlern. So wechseln Uhren, die für
50 Franken in den Verkauf kamen, Jahre später für mehrere tausend Franken den Besitzer. Auch Einzelstücke, Prototypen oder Uhren aus der Swatch-Anfangszeit können zu begehrten Sammelobjekten werden. Die spektakulärste Auktion fand 2011 statt. 4370 Uhren, die so genannte «Blum Kollektion», wurden für die Rekordsumme von 6 Millionen Franken versteigert.

Rolex Daytona «Paul Newman»

Der Schauspieler Paul Newman verhalf einer gewöhnlichen Uhr zu aussergewöhnlichem Erfolg. In den 1960er-Jahren war die Rolex Daytona mit dem zweifarbigen Zifferblatt und der Art-déco-Schrift ein Ladenhüter, der bald nicht mehr hergestellt wurde. Doch weil sich Newman oft mit einer Daytona zeigte, traf Popularität bald auf Knappheit. Preise über 100 000 Franken sind heute an der Tagesordnung. 2013 knackte eine besonders rare Newman-Daytona erstmals die Millionenmarke.

Omega Seamaster 300 «Spectre»

Genau 7007 Stück wurden von der Uhr hergestellt, die Daniel Craig als Geheimagent im Spionagethriller «Spectre» trägt. Entworfen nach einem Omega-Klassiker aus den 1950er-Jahren, kostete der jüngste Bond-Zeitmesser bei der Lancierung rund 6000 Euro. Wenig später wurden für ungebrauchte Exemplare bereits gegen 10 000 Euro hingeblättert. Ein Beispiel dafür, dass limitierte Auflagen auch heute noch für Profite sorgen können, weil solche Modelle häufig schon vor der offi­ziellen Einführung ausverkauft sind.