Der Personaldienstleister ManpowerGroup rechnet nach einem schwierigen Jahr 2025 mit einer Stabilisierung des globalen Arbeitsmarktes. Eine bessere Konjunktur könnte der Branche 2026 wieder Wachstum bescheren, sagte Vorstandschef Jonas Prising der Nachrichtenagentur Reuters am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. «Angesichts eines sich verbessernden Wirtschaftsausblicks in Europa und eines sehr starken in den USA besteht die Hoffnung, dass die Branche insgesamt 2026 Wachstumschancen sehen könnte», erklärte Prising. Dies gelte trotz der anhaltenden geopolitischen und handelspolitischen Unsicherheit. Eine konkrete Prognose für Manpower, das am 29. Januar seine Zahlen für das vierte Quartal vorlegen wird, lehnte er ab.
Der gesamte Stellenmarkt beginne sich nach einem «harten Jahr» 2025 in den USA und Teilen Europas zu erholen, sagte Prising und verwies auf jüngste Konjunkturdaten. Eine robuste Nachfrage nach Personal gebe es bei Dienstleistern, insbesondere bei Arbeitskräften im Gesundheitswesen. Zudem sei der Rüstungs- und Luftfahrtbereich wegen der gestiegenen Verteidigungsausgaben ein starker Fokus für Arbeitgeber. Die Autoindustrie sei dagegen eindeutig ein «Schmerzpunkt» in mehreren Märkten. Sie dürfte schwach bleiben, da sich die Hersteller auf veränderte Vorschriften und den Umstieg auf Elektroautos einstellten.
Eine kürzlich von dem US-Unternehmen gemachte Umfrage unter 40.000 Firmen in 40 Ländern habe gezeigt, dass sich die allgemeine Stimmung verbessere. «Die Arbeitgeber sind in ihrem Ausblick ziemlich stabil», sagte Prising. Sie sähen weder die unmittelbare Notwendigkeit, ihre Belegschaft radikal zu reduzieren, noch, sie schnell zu vergrössern. Allerdings seien auch viele Arbeitnehmer zurückhaltend, die Stelle zu wechseln. «Wir nennen das 'Job Hugging'», sagte Prising. Die Sorge über die globale wirtschaftliche Unsicherheit veranlasse die Menschen, an ihren Arbeitsstellen festzuhalten und nicht zu wechseln.
(Reuters)
