Am Mittwoch wird in den USA die Teuerungsrate veröffentlicht - der sogenannte «Consumer Price Index» oder kurz CPI. Der Konsumentenpreisindex misst monatlich die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen. Um 14.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit werden die Mai-Zahlen publiziert.
Die von Bloomberg befragten Analysten rechnen mit einem Anstieg der monatlichen US-Inflationsrate um 0,44 Prozent sowie einer Jahresrate von 4,2 Prozent. Die Kerninflation sollte bei 2,9 Prozent zu stehen kommen.
Die Ökonomen der Deutschen Bank sehen die Teuerung gar noch etwas stärker anziehen. Der monatliche Verbraucherpreisindex sollte um 0,51 Prozent zulegen, was den Jahresvergleichswert auf 4,3 Prozent ansteigen liesse.
Sollte sich diese Prognose bewahrheiten, wäre dies der erste CPI-Wert über 4 Prozent seit 2023, als die amerikanische Notenbank Fed noch Zinserhöhungen durchführte. Die Ursache für den starken Anstieg dürften die Benzinpreise sein.
Hohe Kursbewegungen denkbar
Bereits am vergangenen Freitag haben die starken US-Arbeitsmarktdaten die Börsen auf dem falschen Fuss erwischt und gerade die Kurse der Technologietitel auf Tauchstation geschickt.
Die Märkte sind nach der Reaktion vom Freitag nun auf eine restriktive Risikostimmung eingestellt. Eine positive Überraschung könnte mit einer noch höher als erwartet ausfallenden Teuerungsrate angesichts der jüngsten Marktturbulenzen weitere Probleme verursachen, meinte Jim Reid, globaler Leiter des Makro-Research von der Deutschen Bank, in einer Kundennotiz vom Mittwoch.
Die Schwankungsanfälligkeit der Kurse an den US-Vorbörsen sollte kurz nach Vorlage der Zahlen erhöht sein. An den Optionsmärkten deuten die implizierten Volatilitäts- und Positionierungsdaten eine Bewegung von plus/minus 0,8 bis 1,0 Prozent an. Falls die Daten weitgehend den Erwartungen entsprechen, kommt es im Anschluss häufig zu einem deutlichen Rückgang der Volatilität, da sich die Unsicherheit auflöst.
Die Anlegerinnen und Anleger sollten dabei einen Blick auf den Volatilitätsindex (VIX) auf den S&P 500 werfen. Dieser Index schlägt jeweils stark aus, wenn die Börsen wegen makroökonomischer Daten, geopolitischer oder anderer Ereignisse durchgeschüttelt werden. Nach dem Kurs-Jojo der letzten Tage steht der Index bei 20,4 Punkten und somit leicht über dem langjährigen Durchschnitt von 19,6 Punkten.
Die Publikation dürfte auch an den Devisen- und Obligationenmärkten mit Argusaugen beobachtet werden. Sollten die Zahlen unter den Erwartungen liegen, so dürften sich die Renditen von US-Staatsanleihen entspannen und Anlegerinnen und Anleger dazu veranlassen, Gewinne auf den Long-Dollar-Positionen mitzunehmen. Im umgekehrten Falle könnten die Renditen an den Obligationenmärkten steigen und den «Greenback» steigen lassen.

