Die Aktien von Snowflake steigen im vorbörslichen Handel um 36 Prozent. Setzt sich diese positive Stimmung fort, wird es dem US-Clouddaten-Spezialisten zum höchsten Stand sei Dezember 2025 reichen. 

Grund für die Avancen sind zum einen die Zahlen, die das Unternehmen aus Menlo Park, Kalifornien, am Mittwochabend nach Börsenschluss vorgestellt hat. Der Produktumsatz stieg im ersten Quartal um einen Drittel auf 1,33 Milliarden Dollar und damit über den Wert, den Analysten erwartet hatten. Zudem beliefen sich die Leistungsverpflichtungen auf 9,21 Milliarden Dollar. Sie sind ein Mass für den Auftragseingang und damit für die künftigen Verkäufe. Über den Erwartungen lag ausserdem der Ausblick auf das angelaufene Geschäftsjahr.

Zum anderen gab das Unternehmen eine mehrjährige strategische Kooperationsvereinbarung mit Amazon Web Services (AWS) bekannt. In dieser wolle man 6 Milliarden Dollar investieren und so die steigende Nachfrage nach KI- und Daten-Workloads auf AWS auffangen. Ziel sei es, die Einführung agentenbasierter Künstlicher Intelligenz in Unternehmen zu beschleunigen.

«Wir treten in das Zeitalter des agentengesteuerten Unternehmens ein, in dem KI-Systeme nicht nur Fragen beantworten, sondern Organisationen dabei unterstützen, Daten zu analysieren, Arbeitsabläufe zu koordinieren und konkrete Geschäftsergebnisse zu erzielen», erklärte Snowflake-CEO Sridhar Ramaswamy und führte aus: «Mit AWS erleichtern wir es Unternehmen, KI direkt in ihre verwalteten Daten einzubinden, damit sie schneller vorankommen, transparenter und klarer arbeiten und messbare Wirkung in grossem Umfang erzielen können.»

Unter Analysten kamen die Nachrichten aus der Konzernzentrale in Menlo Park gut an. Der zuständige Experte der US-Investmentbank Stifel, Brad Reback, stufte Snowflake mit «Buy» ein und veranschlagte das Kursziel neu bei 300 Dollar (zuvor: 205 Dollar). Damit sieht er die Anteilsscheine des Cloud-Unternehmens auf den höchsten Stand seit Anfang 2022 steigen.

Zudem hat der Stifel-Analyst seine Schätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr nach oben angepasst. 

Für das aktuelle Jahr sieht er den Gewinn je Aktie neu bei 2,28 Dollar (bisherige Schätzung: 2,15 Dollar). Im nächsten Jahr sollen es dann 3,43 Dollar sein (bisherige Schätzung: 2,87 Dollar). 

Der Umsatz soll in diesem Geschäftsjahr 6,07 Milliarden Dollar und im kommenden Jahr 7,87 Milliarden Dollar betragen (bisherige Schätzungen: 5,91 beziehungsweise 7,18 Milliarden Dollar).

Reto Zanettin
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