«Der Markt für KI-Infrastruktur durchläuft derzeit einen grundlegenden Wandel hin zur optischen Verbindungstechnik», sagte Marvell-Chef Matt Murphy am Montag. Dies eröffne Chancen, die sich nur einmal in einer Generation böten. Weltweit entstehen zahlreiche Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI). Um die Übertragung der dort verarbeiteten riesigen Datenmengen zu ermöglichen, kommen sowohl innerhalb der Serverfarmen als auch bei der Anbindung der verschiedenen Standorte untereinander verstärkt Glasfaserkabel zum Einsatz.
Marvell bietet den Lumentum-Eignern nach eigenen Angaben insgesamt 115 Milliarden Dollar in Aktien. Dies entspreche einem Wert von 1132 Dollar je Anteilsschein. Vor Bekanntwerden der Übernahmepläne Ende vergangener Woche hatten die Papiere rund 900 Dollar gekostet. Sie wurden am Montag vorübergehend vom Handel ausgesetzt.
Marvell-Titel gewannen vorbörslich an der Wall Street knapp sechs Prozent. Die Führungsspitzen beider Unternehmen hätten der Transaktion zugestimmt, hiess es weiter.
Marvell unterstützt den Technologiekonzern Amazon bei der Entwicklung spezieller KI-Prozessoren und Netzwerkkomponenten für dessen Rechenzentren. Darüber hinaus erhielt das Unternehmen von Google einen 120 Milliarden Dollar schweren Auftrag zur Lieferung von Halbleitern für Server. Bis 2031 will Marvell den Umsatz auf 70 bis 90 Milliarden Dollar steigern. Für das laufende Geschäftsjahr 2026/2027 erwarten Analysten Erlöse von rund zwölf Milliarden Dollar. Dies wäre eine Vervierfachung im Vergleich zu 2020/2021.
Lumentum gehört zu den potenziellen Gewinnern eines geplanten Importverbots chinesischer Netzwerkkomponenten für Rechenzentren. Das Unternehmen rechnet für das laufende Quartal mit einem überraschend hohen Umsatz von 1,58 bis 1,63 Milliarden Dollar.
(Reuters)

