Ein solcher Schritt müsse jedoch wirtschaftlich sinnvoll sein, sagte Konzernchef Ola Källenius der Zeitung «Wall Street Journal», wie das Blatt am Freitagabend berichtete. «Die Welt ist unberechenbarer geworden, und ich denke, es ist völlig klar, dass Europa seine Verteidigungsfähigkeit ausbauen muss», erklärte der Manager. «Sollten wir dabei eine positive Rolle spielen können, wären wir dazu bereit.» Rüstungsgeschäfte würden im Vergleich zur Autoproduktion zwar nur einen kleinen Anteil ausmachen, könnten aber eine wachsende Nische sein, die zum Geschäftsergebnis beitrage, sagte Källenius weiter. Eine offizielle Stellungnahme von Mercedes-Benz lag zunächst nicht vor.
Angesichts steigender Militärausgaben in Europa rückt die Rüstungsindustrie zunehmend als mögliches Wachstumsfeld in den Fokus deutscher Autobauer. Reuters hatte Ende April berichtet, dass Europas grösster Autobauer Volkswagen Insidern zufolge derzeit mit dem israelischen Rüstungskonzern und Iron-Dome-Hersteller Rafael Advanced Systems über die Umrüstung seines Werks in Osnabrück für die Produktion von Raketenabwehrsystemen verhandelt. VW wies Pläne zum Bau von Waffen jedoch zurück. Anfang der Woche hatte zudem der Rüstungskonzern Rheinmetall eine Partnerschaft mit der Deutschen Telekom zur Entwicklung eines Drohnen-Abwehrschilds bekanntgegeben.
(Reuters)

