Wegen des anhaltenden Baubooms bei KI-Rechenzentren sei ein Ende dieser Entwicklung bislang nicht in Sicht, sagte Sanjay Mehrotra, der Chef des US-Konzerns, am Mittwoch. «Wir gehen davon aus, dass die Angebotslage über das Jahr 2027 hinaus angespannt bleiben wird.»
Die Branche kann den wachsenden Bedarf an Speicherchips derzeit nicht decken. Daher haben sich die Preise für diese Halbleiter in den vergangenen Monaten vervielfacht. Micron will sich künftig auf das margenstarke Geschäft mit Hochleistungsspeichern (HBM) für Künstliche Intelligenz (KI) konzentrieren. Deshalb zieht sich das Unternehmen aus dem Endkundengeschäft mit Speicherchips für PCs oder Smartphones zurück.
Markterwartungen auf ganzer Linie übertroffen
Im abgelaufenen Quartal verfünffachte Micron den Umsatz nahezu auf 41,46 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn lag mit 25,11 Dollar je Aktie mehr als 13-mal so hoch wie vor Jahresfrist. Für das laufende Vierteljahr stellt der weltweit drittgrösste Speicherchip-Hersteller Erlöse von 49 bis 51 Milliarden Dollar und einen Gewinn zwischen 30 und 32 Dollar je Aktie in Aussicht. Sowohl bei den Geschäftszahlen als auch beim Ausblick übertraf Micron die Markterwartungen.
Anleger reagierten mit Erleichterung, nachdem zuletzt Spekulationen über ein nahendes Ende des KI-Booms die Runde gemacht hatten. Micron-Aktien stiegen im nachbörslichen Handel an der Wall Street um gut zwölf Prozent. Damit haben sie ihren Wert seit Jahresbeginn in etwa vervierfacht. Ende Mai stieg der Chipkonzern in den Kreis der Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als einer Billion Dollar auf. Aktuell wird er mit rund 1,3 Billionen Dollar bewertet. Andere Chipwerte wie AMD, Intel oder Nvidia waren am Mittwoch ebenfalls gefragt und gewannen bis zu 4,4 Prozent.
(Reuters)

