Microsoft treibt Insidern zufolge die Suche nach vielversprechenden Start-ups im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) voran, um sich von seinem wichtigsten Partner OpenAI unabhängiger zu machen. Der Softwarekonzern wolle sich KI-Talente sichern und bis zum kommenden Jahr ein eigenes hochmodernes KI-Modell entwickeln, sagten fünf mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.
Derzeit führe Microsoft Gespräche über eine Übernahme von Inception, hiess es weiter. Das Mitte 2024 von einem Team der Stanford University gegründete Start-up werde jedoch auch von SpaceX umworben. Das Raumfahrtunternehmen von Tesla-Chef Elon Musk, das im Februar das KI-Start-up xAI übernommen hatte, trete zunehmend als Konkurrent bei der Jagd nach KI-Firmen auf. Inception strebt Insidern zufolge bei einem Verkauf einen Preis von mehr als einer Milliarde Dollar an. Ob es zu einer Einigung mit Microsoft kommt, sei noch unklar. Die Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab.
Spannungen zwischen Microsoft und OpenAI
Im Frühjahr hatte Microsoft Insidern zufolge noch eine Übernahme des Start-ups Cursor erwogen. Der Konzern habe jedoch wegen möglicher kartellrechtlicher Bedenken im Zusammenhang mit seinem eigenen Programmier-Assistenten GitHub Copilot davon Abstand genommen. Kurz darauf sicherte sich SpaceX das Unternehmen.
Die Zukäufe sollen die interne KI-Entwicklung bei Microsoft stärken. Der Konzern hat OpenAI seit 2019 rund 13 Milliarden Dollar zugesagt und sich damit exklusiven Zugang zu dessen Technologie gesichert. Inklusive der Kosten für den Aufbau der Infrastruktur belaufen sich die Ausgaben für OpenAI auf mehr als 100 Milliarden Dollar, wie der Microsoft-Manager Michael Wetter am Mittwoch vor Gericht aussagte.
Im Laufe der Jahre kam es jedoch zu Spannungen, da die vertraglichen Einschränkungen beide Seiten zunehmend belasteten. So war es Microsoft untersagt, ein eigenes Basismodell in Konkurrenz zu OpenAI zu entwickeln. Ende 2025 und im April dieses Jahres lockerten die Partner ihre Verträge. Microsoft darf nun an einer sogenannten allgemeinen Künstlichen Intelligenz (AGI) arbeiten, die komplexe Aufgaben besser als ein Mensch lösen kann. OpenAI erhielt im Gegenzug das Recht, Produkte mit Microsoft-Rivalen wie Amazon anzubieten.
(Reuters)

