Die Mehrheit der Unternehmen rechnet mit einer weiteren Eintrübung der Konjunktur. 63 Prozent erwarten in den kommenden sechs ‌Monaten ⁠eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, geht aus einer Forsa-Umfrage für ⁠die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hervor, über die «Bild am Sonntag» berichtete. Verglichen mit der BDA-Umfrage ‌vom November haben sich die Erwartungen deutlich verschlechtert. ‌Nur noch sechs Prozent der ​Betriebe rechnen mit einer Verbesserung, während 63 Prozent (+ elf Prozentpunkte) von einer Verschlechterung ausgehen. 29 Prozent erwarten keine Veränderung. Besonders pessimistisch zeigt sich das Baugewerbe, während das Gastgewerbe vergleichsweise seltener mit einem Abschwung rechnet.

Als grösstes ‌Problem nennen die Unternehmen Vorschriften und bürokratische Anforderungen. Die eigene wirtschaftliche Lage bewerten 62 Prozent der Unternehmen als gut oder sehr gut (Vorjahr: 67 ​Prozent), 37 Prozent hingegen als weniger gut ​oder schlecht (Vorjahr: 33 Prozent).

Auch die Zufriedenheit mit ​der Bundesregierung bleibt auf niedrigem Niveau. Sie ist von 21 Prozent im vergangenen ‌Jahr auf 19 Prozent gesunken. 78 Prozent der Befragten sind weniger oder gar nicht zufrieden (77 Prozent im Vorjahr). Mit der Politik für Wirtschaft und ​Arbeitsmarkt ​zeigen sich nur noch ⁠zehn Prozent der Unternehmen zufrieden.

«Unternehmer sind Optimisten, aber ​keine Träumer», sagte Arbeitgeber-Präsident ⁠Rainer Dulger dem Blatt. «Seit fast einem Jahr wartet die Wirtschaft auf ‌echte Impulse für Wachstum.» Er warnte: «Wir stehen an einer Wegmarke: Entweder es kommt jetzt ein grosses Reformpaket – oder Deutschland ‌rutscht weiter ab.»

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte 1001 Unternehmen ​aus der Privatwirtschaft in Deutschland mit mindestens zehn Mitarbeitern zwischen dem 23.02. und dem 20.03.

(Reuters)