Das ⁠Schweizer Unternehmen will für rund 5,5 Milliarden Dollar den britischen Industrieausrüster Rotork schlucken, wie ABB am Donnerstag ⁠mitteilte. ABB bietet den Aktionären von Rotork 503 Pence je Aktie in bar. Dies entspreche einer Prämie von rund ‌60 Prozent auf den Durchschnittskurs der letzten drei Monate. Der Verwaltungsrat von ‌Rotork unterstütze die Übernahme und empfehle den Aktionären ​die Annahme des Angebots.

«ABB hat Rotork über viele Jahre hinweg aufmerksam verfolgt», erklärte ABB-Konzernchef Morten Wierod. «Wir schätzen operative Exzellenz, Technologiequalität und Kundenvertrauen.» Rotork sei auf die Herstellung von elektrischen Stellantrieben und Systemen zur Durchflusssteuerung spezialisiert, die in der Öl-, Gas-, Chemie- und Wasserwirtschaft eingesetzt werden. Rotork erwirtschaftete in den Jahren ‌2022 bis 2025 ein durchschnittliches organisches Umsatzwachstum von acht Prozent pro Jahr und erzielte 2025 einen Umsatz von rund einer Milliarde Dollar. ABB selbst kam auf gut 33 Milliarden.

Vontobel-Analyst Mark Diethelm bezeichnete die ​Übernahme als strategisch sinnvoll, auch wenn sie vergleichsweise teuer sei. Die Transaktion soll ​in der ersten Hälfte des Jahres 2027 abgeschlossen werden, sofern ​die Aktionäre und die Behörden zustimmen. ABB wolle die Übernahme aus bestehenden Barmitteln und zugesagten Kreditlinien finanzieren. Zudem würden dem Konzern ‌aus der Veräusserung des Roboter-Geschäfts an Softbank Nettobarerlöse von 4,8 Milliarden Dollar zufliessen.

Verwaltungsratspräsident Peter Voser hatte der Nachrichtenagentur Reuters vor einigen Monaten erklärt, ABB strebe nach Jahren der Konzernumbauten wieder grössere Zukäufe an. Die ​Transaktion übertrifft ​beim Wert den Kauf des Elektromotorenherstellers Baldor im ⁠Jahr 2011 für 4,2 Milliarden Dollar sowie die Übernahme von ​Thomas & Betts für 3,9 ⁠Milliarden Dollar im Jahr 2012.

(Reuters)