Ein entsprechendes Gesetz soll im April ‌verabschiedet ⁠werden, wie mit dem Vorgang vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters sagten. ⁠Anlass ist das Misstrauen gegenüber US-Investoren, das durch die Versuche von US-Präsident Donald Trump geschürt wurde, mehr ‌Kontrolle über die Insel zu erlangen. Ein sprunghafter Anstieg ‌des Interesses von US-Käufern an ​Immobilien in der Hauptstadt Nuuk Anfang 2025 hatte die Abgeordneten alarmiert. Dies hat bereits zu Beschränkungen beim Immobilienerwerb durch Ausländer geführt.

Der Gesetzentwurf, der im Oktober offiziell ins Parlament eingebracht wurde, soll es den Behörden ermöglichen, die Herkunft von Geldern zu prüfen. ‌Geschäfte können abgelehnt werden, falls die politischen Absichten der Investoren Anlass zur Sorge geben. «Wenn jemand für Trump arbeitet, werden wir es mit diesem Gesetz herausfinden», sagte der ​Abgeordnete Aqqalu Jerimiassen von der Regierungspartei Atassut. «Es geht um unsere eigene ​Sicherheit.» Ursprünglich war das Gesetz auch als ​Schutz vor unerwünschten chinesischen Investitionen gedacht. Der Fokus habe sich jedoch nach Trumps wiederholten Vorstössen verschoben, hiess ‌es aus den Kreisen weiter.

Die Abgeordneten auf der arktischen Insel befinden sich in einem Dilemma. Einerseits ist Grönland zur Modernisierung seiner stagnierenden Wirtschaft auf ausländisches Kapital ​angewiesen. Andererseits ​fürchten sie eine politische Einflussnahme. «Grönland will ⁠amerikanisches Kapital, aber wir fürchten versteckte politische Motive ​hinter bestimmten privaten US-Investoren», sagte ⁠ein Abgeordneter, der anonym bleiben wollte. Wirtschaftsministerin Naaja Nathanielsen betonte, das Gesetz sei ‌keine Reaktion auf das Interesse aus den USA. Amerikanische Investitionen seien weiterhin willkommen.

Grönland ist ein teilautonomer Teil des Königreichs Dänemark, das für ‌die Aussen- und Sicherheitspolitik zuständig ist. Trump hatte zeitweise mit ​einer Annexion der Insel gedroht. Diese sei für die Sicherheit der USA zentral. Auch eine militärische Besetzung hatte er nicht ausgeschlossen.

(Reuters)