Mit Biotech-Aktien auf Renditejagd

Mit kaum einem anderen Sektor haben Aktionäre in den letzten Jahren so viel verdient wie mit Biotechnologie-Titeln. Das wird sich so schnell nicht ändern.
12.02.2014 01:00
Von Pascal Meisser
Ein Blick in ein Biotech-Forschungslabor.
Ein Blick in ein Biotech-Forschungslabor.
Bild: ZVG

Bei Biotech-Aktien geht im wahrsten Sinne des Wortes die Post ab. Alleine in den letzten fünf Jahren hat sich der Nasdaq Biotechnology, der wichtigste Branchenindex, von 600 auf 2600 Punkte vervielfacht. Auch im neuen Jahr klettern die Kurse unvermindert weiter.

Davon profitiert in der Schweiz auch das hiesige Aushängeschild der Branche. Seit dem Tiefpunkt im Dezember 2011 hat sich die Actelion-Aktie verdreifacht. Und der Steigflug hält an. In diesem Jahr avancierten die Titel bereits 20 Prozent – so viel wie kein anderer SMI-Titel.

Neue Medikamente als Branchentreiber

In den nächsten Jahren werden Biotech-Titel für Anleger Geldmaschinen bleiben, wenn auch mit leicht gebremstem Tempo – sagen zumindest die Experten. "Die fundamentale Entwicklung des Biotech-Sektors ist nach wie vor gut", sagt Christian Lach vom Zürcher Vermögensverwalter Adamant, der auf Biotech-Investments spezialisiert ist, im Gespräch mit cash.

Zu den Treibern des Biotech-Sektors gehört nach wie vor die hohe Kadenz an zugelassenen neuen Medikamenten, die ein hohes Umsatzpotenzial versprechen. Ein Beispiel ist Opsumit, das dereinst den Actelion-Blockbuster Tracleer ablösen soll (zum Artikel). Jegliche Fortschritte beim Lungenbluthochdruckmittel wird an der Börse mit Kursgewinnen belohnt.

Aber auch das hohe Umsatzwachstum wird die Branche in den nächsten Jahren befeuern. Lach erwartet längerfristig eine zweistellige Umsatz- und Gewinnentwicklung des Sektors – und damit jährlich eine zweistellige Performance. Diese Schätzung liegt deutlich über der Renditeerwartung des Gesamtmarkts. Für 2014 gehen Ökonomen davon aus, dass mit Schweizer Aktien ein Gewinn zwischen 5 und 10 Prozent möglich ist.

Schweizer Firmen als Übernahmekandidaten

Etwas abgeflacht ist hingegen ein dritter preistreibender Faktor: Die bedeutenden Fusionen und Übernahmen, bei denen teilweise Prämien von bis zu hundert Prozent bezahlt wurden. Dennoch gibt es noch immer Dutzende von Biotech-Firmen, die von "Big Pharma" geschluckt werden könnten – zu den Schweizer Kandidaten zählen neben Actelion auch Basilea und Cosmo Pharmaceuticals.

Für weiter steigende Kurse sieht Daniel Koller noch weitere Gründe. Der Management-Teamleiter der Beteiligungsgesellschaft BB Biotech sagt: "Die Branche ist optimistisch, aber es herrscht dennoch eine gewisse Vorsicht. Von einer gefährlichen Euphorie wie um die Jahrtausendwende ist man noch weit weg." Damals kletterten die Kurs-Gewinn-Verhältnisse in schwindelerregende Höhen, in den Aktienkursen wurde viel heisse Luft eingepreist. Heute hingegen hat der Sektor nach Ansicht von Koller eine so hohe Visibilität wie kaum eine andere Branche. "Ein weiteres gutes Zeichen ist, dass noch immer viel Kapital der Investoren auf der Seite liegt", so Koller.

Gefährliche Einzeltitel

Trotz der guten Branchenaussichten empfiehlt es sich für Anleger nicht, in einzelne Biotech-Aktien zu investieren – mit Ausnahme der etablierten Firmen wie beispielsweise Actelion oder Amgen und Biogen aus den USA. "Im Nasdaq-Biotechnology-Index schreiben gerade mal ein Viertel aller Unternehmen einen Gewinn. Als Investor muss man genau schauen, in welche Firmen man Geld  investiert und wie viel man auf eine Firma setzt", sagt Adamant-Vertreter Lach.

Welche Gefahren solche Titel bergen, zeigte sich diese Woche an der Schweizer Börse. Am Dienstag stürzten die Titel von Addex bis zu 34 Prozent ab, nachdem Tests mit einem Wirkstoff zur Behandlung von Depressionen und Angststörungen abgebrochen werden mussten. Andere Titel wie Santhera oder Cytos haben in den letzten Monaten auf Neuigkeiten jeweils mit hohen Kursschwankungen reagiert.

BB Biotech mit hohem Abschlag

Für Anleger gibt es zwei sinnvollere Möglichkeiten, an den Kursgewinnen im Biotech-Sektor zu partizipieren: Entweder durch den Kauf eines auf Biotech-Anlagen spezialisierten Fonds – oder aber mit Aktien von Beteiligungsgesellschaften wie beispielsweise der Schweizer BB Biotech (siehe Tabelle). Bei beiden Anlagevehikeln sind im Hintergrund Spezialisten tätig, die für eine ausreichende Diversifikation der Anlagen verantwortlich sind.

Bei BB Biotech können Investoren zudem darauf spekulieren, dass der nach wie vor hohe Abschlag zwischen dem inneren Wert und dem Börsenkurs von 23 Prozent angesichts der positiven Aussichten verkleinert wird und dem Aktionär eine zusätzliche Rendite verspricht. Wenn es hingegen an den Märkten turbulenter werden sollte, kann dieser Discount als abfedernder Puffer dienen.

Ausgewählte Biotech-Fonds und -Beteiligungsgesellschaften

Name Valor Rendite
2014
Rendite
3 Jahre
Rendite
5 Jahre
Adamant Global Biotech 11381706 +12% +33% n.a.
Credit Suisse Equity Biotechnology 2388468 +9% +32% +16%
UBS (Lux) Equity Fund - 
Biotech (USD) P-acc
512723 +17% +126% +150%
BB Biotech 3838999 +17% +150% +126%

Quelle: cash.ch / Stand 11. Februar 2014