Vor einem Jahr hatte der Felssturz von Blatten das Ergebnis der Mobiliar erheblich belastet. Zudem nahm die Mobiliar im laufenden Jahr mit ihren Finanzanlagen mehr Geld ein als noch vor Jahresfrist. Der Gewinn kletterte auf 446,7 Millionen Franken nach 169,9 Millionen vor Jahresfrist, wie der genossenschaftlich organisierte Versicherer am Mittwoch bekanntgab. Nebst einem guten versicherungstechnischen Ergebnis hat auch das finanzielle Ergebnis wesentlich dazu beigetragen.

Das Finanzergebnis legte dank einer guter Marktentwicklung um 77 Prozent auf 474,2 Millionen zu, wie es hiess. Haupttreiber seien hohe Realisierungsgewinne aus dem Verkauf von Anlagen gewesen, etwa von Gold. Zudem schlugen der Zustupf aus dem Börsengang des MobiFonds Swiss Property und ein verbessertes Fremdwährungsergebnis positiv zu Buche.

Lukrative Nichtlebensparte

Gut lief es auch im Versicherungsgeschäft. «Das erste Semester unseres Jubiläumsjahrs konnten wir mit einem erfreulichen Prämienwachstum abschliessen, das erneut über dem Marktdurchschnitt lag», wird Mobiliar-Chefin Michèle Rodoni zitiert. Die Marktposition sei weiter ausgebaut die Profitabilität verbessert worden.

Gruppenweit wuchsen die Bruttoprämieneinnahmen um 3,6 Prozent auf 3,79 Milliarden Franken, wovon der Grossteil mit 3,18 Milliarden (+4,9 Prozent) auf das Nichtlebengeschäft entfiel. Hier schoss der Gewinn auf 345,7 Millionen hoch nach zuvor 135,6 Millionen.

Mit ein Grund waren die klar tieferen Elementarschäden aus Unwettern. Im vergangenen Jahr hatte allein der verheerende Bergsturz im Walliser Dorf Blatten die Rechnung der Mobiliar mit rund 140 Millionen Franken belastet. Der Schaden-Kosten-Satz verbesserte sich um 6,3 Prozentpunkte auf 100,6 Prozent.

Erst in der zweiten Jahreshälfte werden die Hagelunwetter von Ende August die Bilanz belasten. Bis letzte Woche waren dazu bei der Mobiliar rund 18'000 Schadenmeldungen eingegangen, die Mehrheit betraf beschädigte Fahrzeuge.

Zurückhaltung in der Beruflichen Vorsorge

Im kleineren Lebengeschäft lag das Prämienvolumen mit 604,1 Millionen Franken (-2,8 Prozent) leicht unter Vorjahr. Die periodischen Prämien in der Privaten Vorsorge seien dabei aber mit 2,7 Prozent erneut über dem Markt gewachsen, hiess es.

In der Beruflichen Vorsorge stand derweil die Verbesserung der Profitabilität des Portfolios stärker im Fokus als das Wachstum. In diesem stark umkämpften Markt begnügte sich die Mobiliar daher mit einem Rückgang des Prämienvolumens, wie es hiess. 

Der Gewinn in der Lebensparte kletterte dank eines starken Finanzergebnisses auf 79,2 Millionen Franken nach 29,5 Millionen im ersten Halbjahr 2025.

(AWP)