Die Aktien von Montana Aerospace geben am Dienstag zeitweise rund 6,3 Prozent auf 23,15 Franken nach. Auslöser für den jüngsten Kursrückschlag dürfte eine Neueinschätzung von Kepler Cheuvreux sein. Damit setzt sich die Kurskorrektur fort, die bereits als Reaktion auf die Publikation der Jahreszahlen am 2. April begonnen hatte. Bereits am Donnerstag hatten die Titel über 9 Prozent verloren.

Der zuständige Analyst von Kepler Cheuvreux hat das Rating für Montana Aerospace von «Buy» auf «Hold» herabgestuft und das Kursziel von 30 auf 24,70 Franken reduziert. Ursprünglich war er davon ausgegangen, dass die Umwandlung in ein reines Luft- und Raumfahrtunternehmen in Kombination mit einer Bilanzsanierung ein deutliches Aufwärtspotenzial bieten würde. Doch diese Erwartungen haben sich nicht erfüllt.

Als Haupttreiber für das Wachstum hätten der Hochlauf bei grossen zivilen Flugzeugherstellern sowie neue Chancen für synergetische M&A-Aktivitäten im Bereich Flugzeugstrukturen dienen sollen. Vor diesem Hintergrund hat der Kepler‑Experte seine Prognosen für das EBITDA und die Entwicklung der liquiden Mittel nach unten angepasst.

Auch in Börsenkreisen war bereits am Donnerstag Enttäuschung zu vernehmen. Zwar bestätigte das Unternehmen gleichzeitig mit der Vorlage der Ergebnisse für 2025 die Ziele für 2026, setzte jedoch neue Zielmarken für 2027. «Manche Investoren hatten sich insgeheim vielleicht noch mehr erhofft», kommentierte ein Marktteilnehmer. Zudem war plötzlich nicht mehr von möglichen Gewinnausschüttungen die Rede.

Während vor wenigen Tagen noch alle fünf das Unternehmen abdeckenden Analystinnen und Analysten die Montana‑Aktien zum Kauf empfohlen hatten, sind es nun noch vier. Ein Experte, Kepler Cheuvreux, rät inzwischen zum Halten, ein weiterer spricht sogar eine Verkaufsempfehlung aus. Das durchschnittliche Kursziel liegt dennoch weiterhin rund 37 Prozent über dem aktuellen Kursniveau. Allerdings geht die pessimistischste Einschätzung von weiteren Kursverlusten von bis zu 63 Prozent aus.

(cash/AWP)