Ein 1,56-prozentiger Verlust setzte die Titel des Rückversicherers Swiss Re am Dienstag auf 151,50 Franken zurück. Dabei waren sie zuvor über mehrere Wochen hinweg gestiegen und hatten am Montag im Handelsverlauf bei 154,75 Franken den höchsten Stand seit August 2025 erklommen - ein 14-Monate-Hoch, das nun eben preisgegeben wurde.
Es hatte einiges für Swiss Re gesprochen. Investoren, die sich zuletzt aus dem Technologiesektor zurückgezogen hatten, fanden in den Anteilsscheinen von Versicherungskonzernen wie Swiss Re eine «Fluchtmöglichkeit», wie sich ein Händler vor einigen Tagen ausdrückte. So waren die Valoren ebenso gefragt, wie es die am Schweizer Markt üppig vorhandenen Gesundheitstitel gewesen sind.
Weiter zählt Swiss Re zu den wichtigen Dividenden-Aktien der hiesigen Börse. Aktuell gibt der Titel eine Dividendenrendite von 4,2 Prozent her. Sie ist etwas höher als die Renditen von Swiss Life (3,9 Prozent) oder Nestlé (3,7 Prozent), die ebenfalls für die Ausschüttungen an die Aktionäre bekannt sind. Schwachpunkt bei Swiss Re ist allerdings, dass die Dividenden in US-Dollar nach der Umrechnung in Franken bei Schweizer Anlegern verringert ankommen kann.
Hervorgehoben wird bisweilen aber auch die grösser gewordene Robustheit der in Zürich ansässigen Gesellschaft: «Das Management um CEO Andreas Berger hat hervorragende Arbeit geleistet, um Swiss Re zu einem widerstandsfähigeren Unternehmen zu machen», schrieb Matteo Lindauer, zuständiger Analyst des Vermögensverwalters Vontobel, in seiner Notiz von Mitte Oktober. Ein gutes Beispiel für Widerstandsfähigkeit seien die letzten vier Jahre gewesen, in denen Swiss Re die Annahmen für Schadenrückstellungen um durchschnittlich 10 Prozent pro Jahr erhöht habe, während die Inflation im Durchschnitt um 3 Prozent gestiegen sei. «Dies spiegelt einen umsichtigen Ansatz wider und unterstreicht das Engagement, das Portfolio widerstandsfähiger zu gestalten», so Lindauer.
Der Vontobel-Analyst kam jedoch zur Auffassung, dass die beschriebenen Qualitäten von Swiss Re inzwischen vollständig im Aktienkurs abgebildet seien. Zudem sagte er, dass das Preissetzungsumfeld in der Schaden- und Unfallrückversicherung anspruchsvoll geworden sei und so die Profitabilität belasten werde.
Schliesslich begab sich der Experte an die Seitenlinie, indem er das Rating von «Buy» auf «Hold» herabsetzte und das Kursziel um fünf Franken auf 145 Franken stutzte. Damit zählt der Vontobel-Analyst noch zu den zuversichtlicheren unter seinen Berufskollegen, die Swiss Re abdecken: Das durchschnittliche Preisziel liegt derzeit bei 134,53 Franken und weist auf einen 11,2-prozentigen Kursverlust in den kommenden zwölf Monaten hin. Neun Analysten stufen den Rückversicherer mit «Sell» ein. Sieben sagen «Hold», drei sind für «Buy».
Gemessen an den Analysteneinschätzungen ist die Swiss-Re-Aktie nun schon deutlich zu hoch geflogen. Es könnte daher kaum erstaunen, wenn sie bis auf Weiteres unter Abgabedruck bleibt - es sei denn, die Qualitäten des Titels seien bei Anlegerinnen und Anlegern etwa aufgrund neuerlicher Turbulenzen im Tech-Sektor abermals gefragt.
Frische Impluse dürften sowohl die Valoren als auch die Experteneinschätzungen erhalten, wenn das Swiss-Re-Management die Ergebnisse nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 vorstellt. Das wird am 5. November geschehen.

