Nach Alcon-Abspaltung - Novartis-Aktien fallen erneut zurück

Bei den Novartis-Aktien setzt sich die Anpassung nach der Alcon-Abspaltung am Mittwoch weiter fort.
10.04.2019 10:19
Turmzentrale des weltumspannenden Pharmakonzerns Novartis in Basel.
Turmzentrale des weltumspannenden Pharmakonzerns Novartis in Basel.
Bild: cash

Nach dem ersten Handelstag der Augen-Sparte haben zahlreiche Analysten nun auch ihre Kursziele für Novartis angepasst. Unter dem Strich bewerten sie den Schritt zwar positiv, halten aber fest, dass sich Novartis nun in seiner konzentrierten Struktur beweisen müsse.

Gegen 10.05 Uhr steht bei den Novartis-Titeln ein Minus von 1,7 Prozent auf 83,39 Franken. Am Vortag hatten die Papiere im Zuge der Abspaltung bereits eine deutliche Neubewertung erfahren. Der Leitindex SMI fällt zeitgleich um 0,17 Prozent zurück.

Analysten haben nun am Tag nach der Erstnotiz der Alcon-Aktien ihre Kursziele für Novartis an die neue Struktur angepasst. Die Anpassungen betrugen maximal 10 Prozent.

Unter dem Strich sind sich die Experten einig, dass Novartis mit der Trennung seine Wandlung in ein fokussiertes Pharmaunternehmen weiter vorangetrieben habe. Während Analysten etwa bei der UBS, Barclays oder auch Bryan Garnier ihre Kursziele für Novartis senken, kappen die Analysten von Morgan Stanley auch gleich ihr Rating dazu.

Analyst Mark Purcell stuft die Titel neu mit "Underweight" ein nach "Equal Weight". Das Kursziel hat er auf 80 von 88 Franken reduziert. Die Spannung vor der Alcon-Abspaltung und neue Lancierungen im Pharmabereich hätten im März dazu geführt, dass sich Novartis-Aktien besser als die von Konkurrent Roche entwickelt hätten.

Dabei seien beide Unternehmen führend in Forschung und Innovation. Allerdings sei Novartis mittlerweile so bewertet, dass der Markt davon ausgehe, dass der Konzern die gesteckten Ziele auch erreiche. Roche hingegen würden mit einem leichten Abschlag gehandelt.

Novartis sei für seinen Wandel zu einem auf Innovationen fokussiertes Unternehmen von den Investoren belohnt worden, so der Experte weiter. Er geht nun davon aus, dass mit dem Spin-Off auch bei Novartis die möglichen Umsatzeinbussen durch Nachahmerprodukte wieder etwas stärker in den Vordergrund rücken dürften. Er liegt mit seinen Gewinnprognosen für die Sparte aus diesem Grund auch um 2 bis 3 Prozent unter dem aktuellen Konsens für den Zeitraum 2021 bis 2023.

Seinen Schätzungen zufolge werden nämlich 52 Prozent der Novartis Bruttomarge zwischen 2019 bis 2027 dem Konkurrenzdruck durch Nachahmerprodukte ausgeliefert sein.

Derweil geht die Bank Julius Bär davon aus, dass ein neuer Produktzyklus in Kombination mit einer verbesserten Kostendisziplin die operative Entwicklung von Novartis verbessern sollte. Alleine die verschiedenen potenziellen Blockbuster, die Novartis in der Pipeline habe, stellten weitere mögliche Kurstreiber dar. Die Bank empfiehlt die Titel weiter zum Kauf, hat das Kursziel aber auf 92 von 100 Franken angepasst.

(AWP)

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