Nach dem Jahresergebnis - Abstufungen am Laufmeter für die Swiss-Life-Aktie

Die Aktie von Swiss Life schneidet seit Jahresbeginn besser als andere Schweizer Versicherungswerte ab. Eigentlich ein Liebling der Banken, treffen innerhalb von 48 Stunden jedoch gleich zwei Abstufungen ein.
04.03.2021 08:05
Von Lorenz Burkhalter
Swiss-Life-Niederlassung in Lugano: Der Konzern ist der grösste Lebensversicherer der Schweiz.
Swiss-Life-Niederlassung in Lugano: Der Konzern ist der grösste Lebensversicherer der Schweiz.
Bild: imago images / Pemax

Als die Swiss Life am frühen Dienstagmorgen den Zahlenkranz für das vergangene Jahr vorlegte, liess dieser eigentlich keine Aktionärswünsche offen. Um ausserordentliche Rückstellungen für einen Rechtsfall in den USA bereinigt, lagen der operative Gewinn sowie der Reingewinn am oberen Ende der Markterwartungen. Ausserdem erhöhte der Lebensversicherungskonzern die Dividende – für Beobachter überraschend – um einen auf 21 Franken je Aktie (cash berichtete).

Doch gerade in angelsächsischen Bankenkreisen scheint das Unternehmen weder mit dem einen, noch mit dem anderen punkten zu können. So stuft die britische HSBC die als dividendenstark geltende Aktie keine 48 Stunden später von "Buy" auf "Hold" herunter. Das Kursziel gibt die Grossbank neuerdings mit 498 (zuvor 496) Franken an. Die Aktie sei nach dem starken Lauf der letzten Wochen ausgereizt, so die Begründung.

Kurz zuvor hatte mit der Bank of America Merrill Lynch schon eine nicht weniger renommierte Bank zwar das Kursziel auf 485 (zuvor 465) Franken erhöht, gleichzeitig aber das Anlageurteil von "Buy" auf "Neutral" gesenkt.

Swiss Life noch immer ein Liebling der Banken

Der Bank of America Merrill Lynch zufolge hat sich die Zusammensetzung des Jahresgewinns bei Swiss Life in den letzten 12 Monaten weiter verbessert. Ausserdem gehen die Amerikaner davon aus, dass der Lebensversicherer am kommenden Investorentag vom November eine künftig höhere Ausschüttungsquote bekanntgeben wird. Will heissen: Das Unternehmen könnte künftige 60 bis 70 Prozent des Jahresgewinns über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückführen. Mit einer Neuauflage des voraussichtlich diesen Mai auslaufenden Aktienrückkaufprogramms rechnet die Bank of America Merrill Lynch erst wieder ab 2023.

Selbst nach den beiden Abstufungen gilt Swiss Life noch immer als ein Liebling der Banken und ihrer Analysten. Wie Erhebungen der Nachrichtenagentur AWP zeigen, preisen sieben von 13 Banken die Aktie zum Kauf an. Das höchste Kursziel hat mit 520 Franken der Broker Kepler Cheuvreux ausstehend.

Mit einem Kursplus von 12 Prozent schneidet die Swiss-Life-Aktie seit Jahresbeginn denn auch deutlich besser als andere Schweizer Versicherungsvaloren wie etwa Zurich Insurance (+4 Prozent) oder Bâloise (+4,5 Prozent) ab.