Nach Deutsche-Bank-Rückzug - BNP Paribas mit Realität von Hedgefonds-Deal konfrontiert

Als die Deutsche Bank bekannt gab, das Geschäft mit der Betreuung von Hedgefonds aufzugeben, sah es danach aus, dass der französische Konkurrent BNP Paribas davon profitieren würde. Aber die Realität ist komplizierter.
21.07.2019 14:13
Gebäude von BNP Paribas in Zürich.
Gebäude von BNP Paribas in Zürich.
Bild: c

Die beiden europäischen Bankenriesen diskutieren, wie mit Hedgefonds verbundene Salden in Höhe von 150 Milliarden Euro in der sogenannten Prime-Brokerage-Sparte der Deutschen Bank zusammen mit Technologie und möglicherweise Hunderten von Mitarbeitern transferiert werden sollen, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Jedoch haben den unterrichteten Kreisen zufolge die Kunden des deutschen Kreditinstituts täglich rund eine Milliarde US-Dollar an Geldern abgezogen und transferiert, während die Banken die Details besprechen. Das bringe sie unter Druck, bald einen Deal abzuschliessen, sagten die Personen. Sie baten um Anonymität, da die Gespräche vertraulich seien.

Die Deutsche Bank zieht sich aus dem Geschäft mit riskanten Hedgefonds-Kunden zurück, nachdem der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing eine radikale Restrukturierung der angeschlagenen deutschen Grossbank anstrebt, während sein BNP-Amtskollege Jean-Laurent Bonnafe in der Branche expandieren will.

Ein Deal dieser Grössenordnung wäre ein anschauliches Beispiel für den Rückzug der Deutschen Bank aus dem globalen Investmentbanking, während er möglicherweise ihren französischen Rivalen von einem kleinen Akteur in der sogenannten Prime-Brokerage-Branche zu einem der grössten in Europa machen könnte.

Rupert Trefgarne, ein Sprecher der Deutschen Bank, lehnte eine Stellungnahme ab. Alexandra Umpleby, eine Sprecherin von BNP in London, sagte, dass die Bank “weiterhin entschlossen ist, ihre institutionelle Kundenplattform weltweit auszubauen, einschliesslich der Stärkung der Kapazitäten in den Bereichen Prime Finance und Elektronische Aktien.” Sie wollte sich nicht näher dazu äussern, wie viele Kundensalden die französische Bank erwerben möchte.

(Bloomberg)