Der Franken fällt am Donnerstagnachmittag zum Euro bis auf 0,9445. Dieses Niveau wurde auf Basis von Schlusskursen zuletzt am 31. März 2025 erreicht. Noch vor sechs Monaten handelte der Franken zum Euro bei 0,90.

Damit hat der Franken in diesem Jahr gegen die europäische Gemeinschaftswährung 1,3 Prozent verloren. Gegen den Dollar fiel der Franken am Donnerstagnachmittag bis auf 0,8146.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hob am Donnerstag den Leitzins auf den höchsten Stand seit rund anderthalb ⁠Jahren an, und zwar um einen Viertelpunkt auf 2,50 Prozent. Höher lag das Zinsniveau ‌zuletzt im Februar 2025, damals bei 2,75 Prozent.

Damit vergrössert sich auch die Zinsdifferenz zur Schweiz. Hierzulande liegt der Leitzins der Schweizerischen Nationalbank (SNB) seit Juni 2025 bei 0 Prozent. Ein höheres Zinsniveau im Euroraum kann den Euro für Investoren attraktiver machen und die europäische Währung steigen lassen.

Der Inflationsausblick der EZB spricht eher für ein anhaltend höheres Zinsniveau im Euroraum und damit für einen festeren Euro. Denn im Euroraum muss man sich nach Einschätzung der EZB bis mindestens 2027 auf eine erhöhte Teuerungsrate einstellen. Für das laufende Jahr erwartet die Notenbank weiterhin 3 Prozent Inflation. Der Wert liegt deutlich über der mittelfristig angepeilten Marke von 2 Prozent.

In der Schweiz dagegen ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung an der geldpolitischen Sitzung der SNB am 24. September klein. Dies, obwohl sich die Jahresinflation im Juli von 0,4 auf 0,8 Prozent verdoppelt hat. 

Allenfalls könnte die SNB im Dezember 2026 oder im März 2027 eine Straffung der Geldpolitik in Erwägung ziehen, wie Ökonomen betonen. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Entwicklung des Frankens. Sollte er zum Euro weiter schwächeln, könnte dies zu einem Anstieg der Inflation führen und die SNB zu einer Zinserhöhung zwingen.

Daniel Hügli
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