Die Europäische Zentralbank (EZB) hob am Donnerstag den Leitzins auf den höchsten Stand seit rund anderthalb Jahren an, und zwar um einen Viertelpunkt auf 2,50 Prozent. Höher lag das Zinsniveau zuletzt im Februar 2025, damals bei 2,75 Prozent.
Der Inflationsausblick der EZB spricht eher für ein anhaltend höheres Zinsniveau im Euroraum und damit für einen festeren Euro. Denn im Euroraum muss man sich nach Einschätzung der EZB bis mindestens 2027 auf eine erhöhte Teuerungsrate einstellen. Für das laufende Jahr erwartet die Notenbank weiterhin 3 Prozent Inflation. Der Wert liegt deutlich über der mittelfristig angepeilten Marke von 2 Prozent.
In der Schweiz dagegen ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung an der geldpolitischen Sitzung der SNB am 24. September klein. Dies, obwohl sich die Jahresinflation im Juli von 0,4 auf 0,8 Prozent verdoppelt hat.
Allenfalls könnte die SNB im Dezember 2026 oder im März 2027 eine Straffung der Geldpolitik in Erwägung ziehen, wie Ökonomen betonen. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Entwicklung des Frankens. Sollte er zum Euro weiter schwächeln, könnte dies zu einem Anstieg der Inflation führen und die SNB zu einer Zinserhöhung zwingen.

