Nach Hurrikan in den USA - Swiss Re und Zurich an der Börse unter Druck

Die Aktien von Rückversicherern und Versicherungen büssen am Montag mit Blick auf die verheerenden Schäden, die der Wirbelsturm «Harvey» im Süden der USA verursacht hat, an Wert ein.
28.08.2017 12:49
Das Logo von Swiss Re am Hauptsitz in Zürich.
Das Logo von Swiss Re am Hauptsitz in Zürich.
Bild: Bloomberg

Die Abgaben halten sich jedoch in Grenzen - so auch bei Swiss Re und Zurich Insurance. Noch ist nicht klar, wie hoch die Schäden für die Branche ausfallen werden. Gleichzeitig könnte die Katastrophe die unter Druck stehenden Preise etwas stabilisieren.

Bis um 11.30 Uhr verlieren Swiss Re 0,7% auf 87,25 CHF und Zurich 0,8% auf 289,70 CHF. Demgegenüber rutscht der Gesamtmarkt (SMI) von den Abgaben des Schwergewichts Novartis belastet um 0,4% ab. Noch deutlicher geben internationale Rückversicherer wie Hannover Re (-1,5%) oder Scor (-1,4%) nach, während der Branchenprimus Munich Re an der Börse um 0,9% zurückfällt.

Der Hurrikan "Harvey" hat im US-Bundesstaat Texas über das Wochenende mit Spitzengeschwindigkeiten von 215 Stundenkilometern eine Schneise der Verwüstung hinterlassen und schwere Überschwemmungen verursacht. Daniel Bischof von der Bank BaaderHelvea glaubt, dass "Harvey" gemessen an den versicherten Kosten das Potenzial hat, einer der zehn teuersten Wirbelsturmkatastrophen in den USA zu werden.

Markt bleibt vorsichtig

Am Markt werden erste Schätzungen zu den von "Harvey" verursachten Schäden in diesem frühen Stadium mit Vorsicht aufgenommen. So hat der Rückversicherungsbroker BMS die gesamtwirtschaftlichen Schäden auf deutlich über 10 Mrd USD veranschlagt, wovon rund 5 Mrd versichert sein dürften. Die Experten vom Analysedienst CoreLogic rechnen derweil allein mit versicherten Immobilienschäden im Volumen von 1 bis 2 Mrd USD. Für Rückversicherer und Versicherer ist es derweil noch viel zu früh, um fundierte Angaben zum Schadenausmass zu machen.

Auf der anderen Seite dürften die "Harvey"-Schäden zur Folge haben, dass sich der seit Jahren anhaltende Preisrückgang zumindest in einigen Sach- und Haftpflicht-Segmenten weiter stabilisieren könnte, meint Bischof. Laut Berechnungen des Rückversicherungsbrokers JLT liegen Preise in der Katastrophen-Rückversicherung derzeit um 33% unter dem Niveau von 2013.

Dass es wegen "Harvey" zu einer Trendwende in der Preisentwicklung kommt, damit rechnet Guilhem Horvath von Exane BNP Paribas aber nicht. Zwar werde die zur Deckung von Katastrophenschäden angebotene Rückversicherungs-Kapazität sinken und die Nachfrage nach solchen Deckungen zumindest in den betroffenen Regionen zunehmen, doch zu einem weltweiten Turnaround werde Hurrikan "Harvey" wohl nicht führen.

Bei BNP Paribas gehen die Analysten - gestützt auf Daten aus vergangenen Katastrophen in Texas - davon aus, dass Swiss Re unter den Rückversicherern am stärksten von der "Harvey"-Katastrophe betroffen sein wird. Kommt hinzu, dass die Gruppe im ersten Halbjahr im Vergleich zur Konkurrenz mehr von dem für Katastrophen budgetierten Kapital aufgebraucht hat. Die Bank bestätigt das "Underperform"-Rating, auch wegen des weiterhin am Markt vorherrschenden Preisdrucks.

(AWP)