Der Franken fällt am Mittwoch zum Euro bis auf 0,9434. Dieses Niveau wurde seit dem 17. August 2025 nicht mehr erreicht.
Grund sind die August-Inflationsdaten im Euroraum vom Montag, die wegen hoher Energiepreise wie erwartet deutlich gestiegen sind. Im Jahresvergleich legten die Konsumentenpreise um 3,3 Prozent zu. Dies ist die höchste Inflationsrate seit September 2023.
Das verstärkte die Erwartung an den Finanzmärkten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer kommenden Sitzung den Leitzins anheben wird. Die EZB hatte bereits im Juni den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben.
Während die EZB auf die gestiegenen Inflationsrisiken bereits mit höheren Zinsen reagiert hat, dürfte die Schweizerische Nationalbank (SNB) angesichts der anhaltend niedrigen Teuerung in der Schweiz weiterhin stillhalten. Der Markt rechnet mit einer Straffung der Geldpolitik erst viel später. Eine Zinserhöhung der EZB würde die Zinsdifferenz zur Schweiz erhöhen und den Euro für Investoren attraktiver machen.
Vor einigen Wochen kamen Berichte auf, wonach die SNB die Leitzinsen bis Ende 2027 unverändert lassen könnte, schreibt die Commerzbank in einer Mitteilung. Trotz dieser Berichte rechne der Markt weiterhin mit einer ersten Zinserhöhung bis Mitte 2027. «Angesichts der aktuellen Inflation erscheint dies unwahrscheinlich. Der Schweizer Franken wird daher voraussichtlich bis Ende des Jahres weiterhin Schwierigkeiten haben, bevor er sich im nächsten Jahr erholt.»
Die Commerzbank geht weiterhin davon aus, dass sich der Euro-Franken-Kurs bis Ende des dritten Quartals bei 0,94 stabilisieren wird.
Mit Material von AWP

