Das Gemeinschaftsunternehmen der französischen Safran und der Münchner MTU Aero Engines sei nur noch bis September finanziert, sagte Safran-Chef Olivier Andries am Dienstag. Die französische Dassault Aviation will nach einem monatelangen Tauziehen um die Zukunft des Kampfjet-Projekts FCAS nun allein einen Kampfjet entwickeln, Deutschland sucht für Airbus nach einem alternativen Partner. Andries sagte, Safran könne nicht zwei komplett verschiedene Militär-Triebwerke der nächsten Generation entwickeln und werde dem Bedarf der französischen Armee den Vorrang geben.
Safran und MTU hatten - anders als Dassault und Airbus - reibungslos an dem Triebwerksprojekt zusammengearbeitet. Insider sagten, das Joint Venture werde ohne neues Geld voraussichtlich aufgegeben und die Ingenieure anderweitig eingesetzt - es sei denn, Frankreich und Deutschland entschieden sich für zwei weitgehend ähnliche Flugzeuge, in die das gleiche Triebwerk eingebaut werden könnte. Doch das halten Analysten für unwahrscheinlich.
Das - von Verkehrsflugzeug-Triebwerken dominierte - Geschäft von Safran brummt. Das zusammen mit GE Aerospace betriebene Gemeinschaftsunternehmen CFM ist nach Stückzahlen der weltgrösste Triebwerkshersteller. Der operative Gewinn von Safran stieg im ersten Halbjahr um 29 Prozent auf 3,24 Milliarden Euro, der Umsatz kletterte um 19 Prozent auf 17,57 Milliarden. Analysten hatten jeweils etwas weniger erwartet. Vor allem das Ersatzteilgeschäft wuchs kräftig. Das trieb die Safran-Aktie in Paris um 2,2 Prozent nach oben.
«Die zivile Luftfahrt bleibt deutlich über unseren Prognosen vor den Konflikten (im Nahen Osten)», sagte Andries. Für das Gesamtjahr rechnet Safran nun mit einem Umsatzwachstum von rund 15 Prozent; bisher war von elf bis 15 Prozent die Rede. Der operative Gewinn soll auf 6,4 bis 6,5 Milliarden Euro steigen, das wären 300 Millionen mehr als bisher.
(Reuters)

