Nach Kursdebakel - Ist die Aktie von Zur Rose jetzt erst recht ein Kauf?

Eine Reduktion der diesjährigen Wachstumsvorgaben setzte der Aktie von Zur Rose zuletzt zu. Analysten finden nun aber verteidigende Worte und halten das Kursdebakel für übertrieben.
22.10.2021 08:58
Von Lorenz Burkhalter
Die originale Apotheke Zur Rose in Steckborn TG.
Die originale Apotheke Zur Rose in Steckborn TG.
Bild: cash / mfo

Die Aktie von Zur Rose ging gestern Donnerstag um fast 8 Prozent tiefer aus dem Handel. Der Versandapotheke aus Steckborn gelang mit den Neunmonatsumsatzzahlen zwar eine Punktlandung auf den durchschnittlichen Analystenschätzungen. Dennoch sieht sich das Unternehmen dazu gezwungen, bei den diesjährigen Wachstumsvorgaben zurückzukrebsen (cash berichtete). Und das ziert sich halt eben nicht für ein Wachstumsunternehmen vom Schlag von Zur Rose.

Die Bank of America setzt beim Kursziel nun denn auch den Rotstift an. Allerdings liegt dieses mit 550 (zuvor 600) Franken noch immer weit über den zuletzt bezahlten Kursen. Die US-Investmentbank hält die Investmentthese bei der Versandapotheke trotz Reduktion der kurzfristigen Wachstumsvorgaben für intakt und bekräftigt deshalb ihre Kaufempfehlung.

Ähnlich tönt es bei Jefferies, einer weiteren bekannten Investmentbank aus den USA. Sie preist die Zur-Rose-Aktie wie bis anhin mit einem Kursziel von 571 Franken zum Kauf an.

Hat die Aktie Luft bis auf 800 Franken?

Wie Jefferies festhält, geht die Versandapotheke selber unverändert davon aus, dass künftig 10 Prozent des Geschäfts mit verschreibungspflichtigen Medikamenten über den Onlinehandel laufen werden. Darauf abgestützt rechnet das Unternehmen selber mittelfristig mit einem Jahresumsatz von 4 Milliarden Franken. Und auch was mögliche Verzögerungen bei der Einführung elektronischer Medikamentenrezepte im Schlüsselmarkt Deutschland anbetrifft, gebe Zur Rose Entwarnung.

Unter den bestmöglichen Annahmen ("Best-Case-Szenario") sieht die US-Investmentbank den Kurs der Zur-Rose-Aktie sogar in die Region von 800 Franken vorstossen. Das wiederum entspräche aus heutiger Sicht mehr als einer Kursverdoppelung.

Kostete die Aktie der Versandapotheke Mitte Februar dieses Jahres in der Spitze 514 Franken, waren es zuletzt noch um die 360 Franken. Aus Sicht der Aktionärinnen und Aktionäre erwiesen sich die vergangenen sechs Monate unter dem Strich jedoch als ein Nullsummenspiel. Schuld waren Befürchtungen, wonach die Einführung elektronischer Medikamentenrezepte in Deutschland Verzögerungen erfahren könnte.