Die Kursavance von Komax stand am Dienstag auf soliden Beinen. Das Plus von 7,3 Prozent auf 83,20 Franken kam bei viermal höheren Handelsumsätzen zustande. Das bildet eine gute Basis für weiter steigende Kurse. Am Mittwoch ging die Aktie mit einem Abschlag von 0,6 Prozent in den Handel, ehe der Titel nach 09.30 Uhr ins Plus drehte und ein Prozent höher notiert.
Allerdings ist es noch ein weiter Weg zur alten Form. Vor drei Jahren notierte der Titel bei 200 Franken, ehe die Krise in der Automobilbranche beim Schweizer Kabelhersteller voll durchschlug. Mit dem KI-Bereich kann das Unternehmen nun ein neues Marktsegment erschliessen, um dies zu kompensieren.
Das lässt sich am Halbjahresergebnis ablesen. Trotz überwiegend enttäuschender Halbjahreszahlen, die Mitte August bekannt gegeben wurden, rückten Investoren die Trendwende bei den Auftragseingängen in den Fokus. Diese hatten im ersten Halbjahr das zweithöchste Niveau der Unternehmensgeschichte erreicht.
Besonders die hohe Nachfrage im Bereich von Rechenzentren habe die weiter gedämpfte Auftragslage im Automotive-Geschäft überlagert, hiess es dazu in einem Kommentar von Vontobel. Der Umsatz ging wegen der Währungseffekte leicht zurück und unter dem Strich blieb wegen Restrukturierungskosten erneut ein Verlust. Der Vermögensverwalter sieht den Titel auf 100 Franken steigen.
Der zuständige Analyst von Kepler Cheuvreux sieht weiteres Potenzial für Komax an der Börse. Er stufte das Rating für Komax jüngst auf «Buy» von «Hold» hoch und erhöhte das Kursziel auf 90 von zuvor 55 Franken. Komax habe den Tiefpunkt des Zyklus wahrscheinlich hinter sich. Korrekturmassnahmen stützten nun die Margen und den Cashflow, so der Analyst.
Das Bilanzrisiko ist aus Sicht der UBS-Analysten inzwischen gut unter Kontrolle, da die Verschuldungsquote komfortabel unter dem vereinbarten Grenzwert liege und sich der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dank laufender Kostensenkungen sowie höherer Volumina weiter verbessere.
Die UBS-Experten senkten Ende August ihre EPS-Prognose für das Geschäftsjahr 2026 um 32 Prozent, um den unerwartet hohen Einmaleffekten aus der Restrukturierung Rechnung zu tragen. Da sich jedoch dank gestiegener Auftragseingänge eine Rückkehr zum Wachstum abzeichne, erhöht die Schweizer Grossbank die EPS-Schätzungen für 2028 um rund 40 Prozent und für 2029 um 20 Prozent.
Unter dem Strich führte dies zu einer Anhebung des Kursziels auf 77 Franken. Am Rating «Neutral» halten UBS-Analysten fest, da der starke Kursanstieg unserer Meinung nach die verbesserten Aussichten und die Trendwende bei den Auftragseingängen bereits unmittelbar eingepreist habe.
Auch wenn die Auftragslage mit Blick auf die zweite Jahreshälfte als ermutigend beschrieben wurde, sind sich die UBS-Experten des weiterhin verhaltenen Investitionsklimas für die Automatisierungstechnik von Komax im Automobilsektor bewusst. Zudem dürfte weiteres Auftragswachstum erforderlich sein, um das für 2027 angestrebte Ziel einer Ebit-Marge von 10 Prozent zu erreichen – wofür fehle derzeit jedoch die Zuversicht.

