Die Aktien von Idorsia haben am Mittwoch um 6,2 Prozent auf 4,48 Franken zugelegt. Damit schnuppert der Biotech-Valor an einem Dreijahreshoch, falls der Titel die bisher resistente Kursmarke von 4,87 Franken überwinden kann. 

Einige Analysten gaben in den letzten schwierigen Jahren auf. Einzig die Deutsche Bank, Octavia und Kepler Cheuvreux decken diese noch ab. Gerade die Analystin Justine Telliez von Kepler Cheuvreux hatte im vergangenen Dezember ein goldenes Näschen, als sie den Titel nach der erfolgreichen Umstrukturierung im Jahr 2025 auf «Buy» bei einem Preis von 3,20 Franken hochstufte und ein Kursziel von 4,50 Franken ausrief.

Die Kepler-Expertin betonte damals, durch die Auslagerung von Wandelanleihen in eine Zweckgesellschaft werde die Refinanzierungskrise gelöst und das Kerngeschäft von Altlasten befreit. Eine verschlankte Kostenstruktur, die bis 2028 gesicherte Liquidität, die Neuausrichtung von Quviviq und eine starke Pipeline verändern den Investment Case grundlegend. Ein Erreichen der Gewinnschwelle im Jahr 2027 gelte nun als glaubwürdiges Szenario.

Die jüngsten Kursgewinne basieren denn auch darauf, dass Idorsia die geschürten Erwartungen erfüllte. Im ersten Quartal legte der Umsatz des Schlafmittels Quviviq erneut kräftig zu auf 44 Millionen Franken. Damit zogen die Verkäufe im Vorjahresvergleich um 74 Prozent an. Zudem hielt das Unternehmen am Ausblick fest. Dies wiederum dürfte den einen oder anderen Leerverkäufer überzeugt haben, Shortpositionen zu liquidieren. 

Ferner gilt es zu beachten, dass die Bewertung der Aktie mittlerweile nicht mehr ganz günstig ist. Das Verhältnis der Börsenkapitalisierung zum Umsatz steht bei 10x, während es im dreijährigen Durchschnitt bei 7x lag. 

Die Firma dürfte zudem in den nächsten 24 Monaten von weiteren Finanzierungen abhängig bleiben. Dies heisst nicht zwingend, dass eine Kapitalerhöhung durch Ausgabe neuer Aktien und somit eine Verwässerung der bisherigen Aktionäre bevorstehen könnte. Idorsia kann sich liquide Mittel auch über Darlehen, strategische Anpassungen sowie Partnerschaften beschaffen. 

Wie bei anderen Biotech-Aktien wie derjenigen von Bioversys oder Molecular Partners dürfte die Volatilität auch bei Idorsia weiter hoch bleiben. Das gilt beim Kursverlauf sowohl gegen oben als auch gegen unten.

Thomas Daniel Marti
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