Ziel sei eine ‌vertiefte Kooperation bei ‌der Bekämpfung ​illegaler Finanzgeschäfte, teilte ein Sprecher des Ministeriums am Freitag mit. Der namentlich nicht genannte Beamte werde ‌am Montag und Dienstag mit Vertretern der Regierung und der Privatwirtschaft zusammentreffen. ​

Thema der Gespräche ​seien die Prioritäten ​bei amerikanischen und internationalen Sanktionen sowie ‌die Abwehr illegaler Finanzströme.

Die Schweizer Aufsichtsbehörden hatten zuvor die Privatbank MBaer Merchant Bank in die Liquidation geschickt. ​Dem ​Institut werden ⁠Geldwäsche sowie Verstösse gegen ​die Sanktionen ⁠gegen Russland und den ‌Iran vorgeworfen.

Der Bewilligungsentzug und die Liquidationsanordnung konnten erfolgen, nachdem die MBaer Bank eine Beschwerde gegen das Finma-Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht zurückgezogen hatte, teilte die Finma am Freitag mit. Die Aufsichtsbehörde hat nun bereits Liquidatoren bei der Bank eingesetzt.

Bereits am Vorabend war bekannt geworden, dass die US-Behörden die MBaer als «primäres Risiko für Geldwäscherei» einstufen und der Bank den Zugang zum US-Finanzsystem verwehren wollten. Die Bank habe «hunderte Millionen Dollar im Auftrag illegaler Akteure mit Verbindungen zum Iran und zu Russland durch das US-Finanzsystem geschleust», wurde US-Finanzminister Scott Bessent in einer Mitteilung zitiert.

Konkret sollen MBaer und ihre Angestellten Korruption im Zusammenhang mit russicher Geldwäsche aber auch Terrorismusfinanzierung im Auftrag von Terrororganisation ermöglicht haben, die mit dem Iran verbunden seien. Dazu gehörten die Islamische Revolutionsgarde und ihre Quds-Truppe, so das US-Ministerium.

Die MBaer Merchant Bank wurde von dem aus der Bär-Bankfamilie stammende Michael «Mike» Bär aufgebaut, der jahrelang in der Konzernleitung der Julius Bär Gruppe sass. Im Dezember 2018 erhielt das Institut von der Finma die Banklizenz.

Laut der Finma verwaltete die Bank per Ende 2025 Kundenvermögen von insgesamt 4,9 Milliarden Franken und führte knapp 700 Kundenbeziehungen. Sie beschäftigte mehr als 60 Angestellte.

(Reuters/AWP)