Die Partizipationsscheine von Lindt&Sprüngli verlieren am Dienstag im frühen Handel 2,0 Prozent auf 10'100 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) mit 0,27 Prozent deutlich weniger stark nachgibt. Seit Jahresbeginn stehen die Valoren 11,8 Prozent tiefer und hinken dem Gesamtmarkt hinterher.
Auslöser für die tieferen Notierungen ist eine Kurszielanpassung der US-Investmentbank Goldman Sachs. Das Preisziel wurde für die Namenaktie von Lindt&Sprüngli auf 100'000 von 109'000 Franken und für die Partizipationsscheine auf 10'000 von 10 900 Franken angepasst. Die Einstufung lautet für beide Titel weiterhin «Sell».
Die Osterdaten zeigten anhaltenden Preisdruck durch hohe Preiselastizität, schreibt die Analystin Sam Darbyshire von Goldman Sachs als Begründung. Für spürbares Mengenwachstum müssten die Preise sinken. Erste Anzeichen deuteten auf nachlassende Preiserhöhungen in Europa hin. Der Druck dürfte aber 2026 und 2027 anhalten, so die Expertin von Goldman Sachs weiter. Um Marktanteile zu sichern, dürfte der Schokoladenkonzern mit mehr Aktionen und moderaten Preissenkungen reagieren. Die Analystin von Goldman Sachs erwartet ein organisches Wachstum von plus 5 Prozent im laufenden Geschäftsjahr und plus 4,1 Prozent im Folgejahr, gedämpft durch höheren Preisdruck.
Schokolade ist wegen niedrigerer Kakaopreise gerade im wettbewerbsintensiven deutschen Markt im April wieder etwas günstiger geworden. Der Schokoladenkonzern Lindt&Sprüngli senkte die Preise einzelner Produkte, wie die Firma auf Nachfrage von AWP bestätigte. Die unverbindliche Preisempfehlung für 100-Gramm-Tafeln der Produktlinie Classics wurde demnach von 2,69 auf 2,19 Euro reduziert. Dazu zählen Sorten wie Vollmilch und Haselnuss. Weitere Preisanpassungen würden geprüft, sagte eine Sprecherin weiter.
Gemäss AWP-Analyser überwiegen die negativen Einstufungen. Den drei Ratings «Kaufen» stehen ein «Halten» und vier «Verkaufen» gegenüber. Das durchschnittliche Kursziel liegt aber noch bei 12'188 Franken für den Partizipationsschein. Es wird sich nun weisen müssen, ob über die nächsten Wochen und Monate weitere Kurszielsenkungen eintreffen oder ob die Talsohle demnächst erreicht ist.
Gegenüber der Konkurrenz sind die Aktien von Lindt&Sprüngli immer noch teuer bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 32. Das ist zwar deutlich unter dem fünfjährigen Durchschnitt von 39, aber immer noch deutlich höher als zum Beispiel bei Barry Callebaut mit 19.
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