Lange Zeit in diesem Jahr, genauer seit Ende Januar, befand sich der Dollar gegenüber dem Franken auf dem Vormarsch. Grund war vor allem die Erwartung des Marktes, dass die US-Notenbank die Leitzinsen viel früher anhebt als die Schweizerische Nationalbank - was den Dollar wegen der grösseren Zinsdifferenz für Anleger attraktiver macht als den Franken. Mit 0,8190 Rappen pro Dollar erreichte der «Greenback» Ende Juli gegen den Franken den höchsten Stand seit Juni 2025.

Doch dann kam Scott Bessent. Das von ihm geleitete US-Finanzministerium kündigte eine Verdoppelung der Rückkäufe von langlaufenden US-Staatsanleihen an. Mit den Rückkäufen soll das Angebot von Staatsanleihen am Markt verringert und die zuvor bedrohlich angestiegenen Renditen der Papiere gedrückt werden. Somit verringern sich die Finanzierungskosten für Unternehmen und den Staat, was das Wirtschaftswachstum ankurbeln könnte.

Doch der Plan hat auch Auswirkungen auf den Dollar. Einerseits wegen sinkender Zinserwartungen für den Dollarraum, andererseits auch wegen der Signale, welche die Intervention der USA am Markt entfaltet. Investoren befürchten, dass das US-Finanzministerium die Kontrolle über die US‑Staatsschulden verlieren könnte, welche letzte Woche erstmals die Marke von 40 Billionen US-Dollar überschritt. 

Prompt fiel der Dollar letzte Woche gegen den Franken von einem Stand von 0,8123 auf 0,7973 ab. Zwar hat sich die US-Währung in der Zwischenzeit wieder über die Marke von 80 Rappen gerappelt. Doch der Druck auf die US-Währung dürfte nach Ansicht von einigen Experten anhalten.

Dollar-Franken-Kurs von 0,75 bis Anfang 2027

Der Dollar könnte seinen jüngsten Erholungsversuch laut der Union Bancaire Privée (UBP) denn auch bereits hinter sich haben. Die Experten der Genfer Privatbank erwarten für die kommenden Quartale eine weitere, wenn auch graduelle Dollar-Abschwächung. 

Der angekündigte Rückkauf von US-Staatsanleihen sieht die UBP als «ein Signal wachsender Sorgen über steigende Langfristzinsen und den enormen künftigen Finanzierungsbedarf der USA», wie die Bank in einer Mitteilung schreibt. Eine stärkere Einflussnahme auf langfristige Renditen könnte längerfristig sogar als Form finanzieller Repression interpretiert werden - mit entsprechendem Gegenwind für den Dollar.

Auch von der US-Notenbank komme derzeit wenig zusätzlicher Rückenwind. Die Inflation habe sich abgeschwächt, während sich Arbeitsmarkt und Konjunktur eingetrübt hätten. «Der Markt rechnet inzwischen nur noch mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte bis Anfang 2027», so die UBP weiter.

Die UBP rechnet daher damit, dass der Dollar-Franken-Kurs von derzeit rund 0,80 bis auf 0,75 Anfang 2027 zurückgehen könnte. Das wäre ein neues Rekordtief der US-Währung zum Franken. Bislang liegt diese Marke bei 0,7610, sie wurde im Januar dieses Jahres erreicht.

Für den Dollar-Index «DXY» erwartet die UBP eine Rückkehr in eine Bandbreite von 96 bis 100 Punkten. Der Index schwankte am Mittwoch in einer Spanne zwischen 98,86 und 99,12 Punkten.

Daniel Hügli
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