Nach Zwischenbericht - Die Experten urteilen milde über die Corona-Probleme der Partners Group

Die Partners Group wartet überraschend mit einem Zwischenbericht für die ersten vier Monate auf. Gerade die erfolgsabhängigen Erträge sprudeln nicht mehr ganz so stark. Dennoch verteidigen die Analysten die Aktie.
04.06.2020 11:18
Von Lorenz Burkhalter
André Frei, Co-CEO Partners Group.
André Frei, Co-CEO Partners Group.
Bild: cash

Die Partners Group spielte in den letzten Jahren in einer Liga für sich. Während viele andere Vermögensverwalter mit Margendruck zu kämpfen hatten, rannten institutionelle Grossinvestoren dem Risikokapitalspezialisten die Tür ein.

Seit dem späten Mittwochabend steht nun allerdings fest: Selbst die Partners Group ist nicht völlig immun gegen die Folgen der Coronavirus-Pandemie.

Dennoch schlägt sich der Risikokapitalspezialist in den ersten vier Monaten wacker. Mit 94,6 Milliarden Dollar bewegen sich die verwalteten Vermögen schon nach vier Monaten im Rahmen der Analystenschätzungen für die erste Jahreshälfte. Und das, obwohl alleine die Verwerfungen an den Finanzmärkten die verwalteten Vermögen um 2,6 Milliarden Dollar schmälerten.

Etwas vorsichtig fallen die Aussagen zu den erfolgsabhängigen Erträgen aus. So sieht das Unternehmen die erfolgsabhängigen Erträge in der ersten Jahreshälfte nur bis zu 5 Prozent zu den Gesamterträgen beisteuern. In der Vergangenheit überraschte die Partners Group immer mal wieder mit deutlich höher als erwartet ausgefallenen erfolgsabhängigen Erträgen.

Analysten verteidigen die Aktie mehrheitlich

Nachdem die Aktie der Partners Group vorbörslich um bis zu 4 Prozent zurückgebunden wurde, verliert sie zur Stunde noch 2,5 Prozent auf 806 Franken.

Wie J.P. Morgan festhält, entwickelten sich die verwalteten Kundenvermögen zwischen Januar und April etwas besser als erwartet. Die US-Investmentbank erklärt sich diese Entwicklung mit dem anhaltend starken Zufluss von Kundengeldern. Von den Aussagen rund um die erfolgsabhängigen Erträge zeigt sich J.P. Morgan hingegen nicht sonderlich überrascht und sieht diesbezüglich keinen Anpassungsbedarf bei den bankeigenen Schätzungen. Die Aktie der Partners Group wird denn auch weiterhin mit "Overweight" und einem Kursziel von 850 Franken zum Kauf empfohlen.

Auch Jefferies stuft die Aktie wie bis anhin mit "Buy" ein, kürzt allerdings das Kursziel auf 945 (zuvor 1050) Franken. Diese US-Investmentbank zeigt sich beeindruckt davon, wie gut der Risikokapitalspezialist durch die Verwerfungen an den Finanzmärkten gekommen ist. Dennoch streicht sie ihre diesjährigen Gewinnschätzungen um 22 Prozent zusammen und reduziert ihre Annahmen für die beiden Folgejahre um bis zu 8 Prozent.

Skeptische UBS

Bei Vontobel streicht man hingegen das gute Abschneiden bei den neuen Kundengeldern hervor. Bei den erfolgsabhängigen Erträgen rechnet die Zürcher Bank bloss mit einer kleinen Delle, gefolgt von einer Belebung. Vontobel will zwar die kurzfristigen Gewinnschätzungen reduzieren, erachtet die längerfristigen Aussichten aber als intakt. Deshalb bekräftigt sie sowohl die Kaufempfehlung als auch das 860 Franken lautende Kursziel.

Einzig die UBS gibt sich deutlich zurückhaltender. Die Grossbank sieht bei den durchschnittlichen Gewinnerwartungen für das laufende Jahr auf Basis des vorliegenden Zahlenkranzes einen deutlichen Revisionsbedarf. Der Zwischenbericht für die ersten vier Monate halte den Aktionären der Partners Group einmal mehr vor Augen, wie hoch eigentlich die Abhängigkeit der Erträge vom Marktumfeld sei. Die UBS stuft die Aktie mit "Neutral" und einem 12-Monats-Kursziel von 804 Franken ein.