Im ersten Quartal 2026 ‌gab ⁠es weltweit nur 230 Neuemissionen, 23 Prozent weniger als ein Jahr ⁠zuvor und so wenige wie seit dem Jahresauftakt 2020 nicht mehr, wie aus einer ‌Auswertung der Unternehmensberatung EY hervorgeht. Doch das Emissionsvolumen stieg ‌um 36 Prozent auf 40,6 ​Milliarden Dollar.

Während kleinere Börsengänge angesichts der Turbulenzen an den Märkten schwer zu platzieren waren, gelangen grosse Initial Public Offerings (IPO) nicht zuletzt aus dem Rüstungssektor. Der grösste Börsengang weltweit war mit einem Volumen von umgerechnet ‌4,5 Milliarden Dollar die Emission des tschechischen Rüstungskonzerns CSG in Amsterdam. In Deutschland waren mit Vincorion und Gabler Group zwei der drei Emissionen dem Sektor zuzuordnen.

Mit ​dem deutsch-französischen Panzerbauer KNDS, der im Sommer an die ​Börse in Frankfurt und Paris strebt ​und dabei rund fünf Milliarden Euro erlösen könnte, steht ein noch grösseres IPO aus ‌dem Verteidigungssektor bevor.

Während eines starken Auf und Ab an den Börsen war in den vergangenen Jahren das Geschäft mit Neuemissionen praktisch ausgetrocknet - nicht ​so in ​diesem Jahr. «Zwar wurden einzelne Transaktionen ⁠verschoben oder hatten Schwierigkeiten bei der Preisfindung, jedoch ​profitieren Verteidigungs-, Luftfahrt- ⁠und Infrastrukturwerte vom geopolitischen Umfeld, so dass man in diesen Bereichen fast ‌schon von einem IPO-Boom sprechen kann», stellte EY-Partner Martin Steinbach fest. Der IPO-Markt sei «bemerkenswert widerstandsfähig».

Die Investoren stellten aber hohe ‌Ansprüche an Ertragskraft und Wachstumsperspektiven. «Das heisst für die kommenden ​Monate: Weniger Transaktionen insgesamt, dafür einzelne sehr grosse und stark beachtete Börsengänge.»

(Reuters)