«Die meisten Kriege dauern länger, als bei ihrem Ausbruch erwartet wurde», sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe in einem vorab veröffentlichten Artikel. «Wir alle wünschen uns einen schnellen Frieden. Gleichzeitig müssen wir erkennen: Wenn Präsident Selenskyj und die Ukrainer aufhören zu kämpfen, wird ihr Land nicht mehr existieren. Wenn Präsident Putin und Russland die Waffen ruhen lassen, werden wir Frieden haben», so Stoltenberg.
Im Anschluss seien Sicherheitsgarantien für die Ukraine nötig, damit sich die Geschichte nicht wiederhole. Es gebe keinen Zweifel, dass die Ukraine am Ende in der Nato sein werde. Schweden indes werde dem Bündnis in nächster Zukunft beitreten. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan habe angekündigt, dass die Türkei den Beitritt baldmöglichst ratifizieren werde. «Ich erwarte die Entscheidung des türkischen Parlaments später in diesem Herbst», so Stoltenberg in dem vorab veröffentlichten Artikel.
Des Weiteren forderte Stoltenberg Deutschland auf, seine Verteidigungsausgaben deutlich anzuheben. «Im Kalten Krieg, als Konrad Adenauer oder Willy Brandt regierten, lagen die Verteidigungsausgaben bei drei bis vier Prozent der Wirtschaftsleistung», sagte Stoltenberg und erinnerte an den Beschluss des Nato-Gipfels in Vilnius, wonach zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts das Minimum seien. Er gehe davon aus, dass viele Alliierte dieses Ziel übertreffen würden. «Ich war ja viele Jahre selbst Regierungschef und weiss, wie schwierig es ist, mehr Geld für Verteidigung einzuplanen, wenn auch höhere Ausgaben für Gesundheit, Bildung oder Infrastruktur notwendig sind. Aber wenn die Spannungen zunehmen, muss man die Verteidigungsausgaben erhöhen», so Stoltenberg in dem vorab veröffentlichten Artikel.
(Reuters)

1 Kommentar
So wie man hier den Krieg beenden will, das ist alte Schule und nicht zeitgemäss. Die Rüstungsausgaben erhöhen, dann hörte der Krieg nie auf? Man muss den Focus konkret auf den Frieden richten und auf nichts anderes!